BG verliert Krimi gegen Bremerhaven nach Verlängerung

Michael Stockton (links) und Chris Warren (rechts) waren die beiden Topscorer ihrer Teams. Archivbild: Swen Pförtner

28. April 2019 – Die BG Göttingen hat erneut einen Befreiungsschlag im Kampf um den Ligaverbleib verpasst. Bei den Eisbären Bremerhaven verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers am Sonntagnachmittag nach Verlängerung 88:94 (81:81, 29:44). Vor 6.698 Zuschauern in der Bremer ÖVB-Arena kam der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen überhaupt nicht ins Spiel und lag bereits Anfang des zweiten Viertel mit 22 Punkten zurück. Den zweiten Abschnitt gestalteten die Veilchen ausgeglichen. Nach dem Seitenwechsel zeigten die Göttinger ihr Kämpferherz und arbeiteten sich Stück für Stück an Bremerhaven heran. Zu Beginn des letzten Viertels übernahmen die Gäste erstmals die Führung, die dann hin- und herwechselte. Bis zum Ende der Partie schaffte es keines der beiden Teams, einen Vorsprung zu behalten, sodass es in die Verlängerung ging. Dort hatten die Gastgeber aus Bremerhaven ein bisschen mehr Energie als die Göttinger und gingen als Sieger vom Parkett. Bester Veilchen-Werfer war Michael Stockton mit 26 Punkten. Für Bremerhaven traf Chris Warren am häufigsten (25 Zähler).

Die Veilchen hielten im ersten Abschnitt nur bis zur 3. Minute mit dem Gegner mit und mussten dann zuschauen, wie Bremerhaven einen Dreier nach dem nächsten traf. So zogen die Gastgeber schnell auf 5:15 davon (5.). Zwar kamen die Göttinger zwischendurch auch immer mal wieder zum Korb, aber die Eisbären waren bissiger und packten beim Rebound energischer zu. So wuchs der BG-Rückstand bis zum Viertelende auf 18 Zähler an (12:30).

Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitt wuchs der Abstand sogar noch weiter (14:34/12.). Aber die Roijakkers-Truppe kämpfte und versuchte, sich an den Gegner heranzuarbeiten. Derek Willis traf in der 13. Minute den ersten Veilchen-Dreier zum 17:34 und legte wenig später zum 22:40 nach (16.). Die Göttinger waren nun besser im Spiel, doch hatten Mühe den Rückstand weiter zu verkürzen. Nach zwei Willis-Freiwürfen betrug dieser immer noch 16 Zähler (24:40). Den Abschnitt entschieden die Veilchen durch drei Freiwürfe von Stephan Haukohl zum 29:44 knapp für sich.

Nach dem Seitenwechsel starteten die Gäste endgültig ihre Aufholjagd. Fast drei Minuten blieben die Eisbären ohne Korberfolg, währen die Göttinger sich durch einen 6:0-Lauf auf 35:44 herankämpften (23.). Aber die Hausherren ließen sich nicht so schnell einschüchtern und hielten die Veilchen insbesondere durch Elston Turner immer wieder auf Abstand (46:59/27.). Doch dann übernahm Stockton vor den Augen seines Vaters, NBA-Legende John Stockton, das Zepter. Die BG beendete den Abschnitt mit einem 13:0-Lauf, in dem Stockton elf Zähler erzielte. Bis zum Schlussviertel hatten die Gäste den Rückstand so auf zwei Punkte schmelzen lassen (59:61).

Gleich zu Beginn des letzten Viertels erzielte erneut Stockton die erste BG-Führung seit der ersten Minute – per Dreier zum 62:61. Die mehr als 100 mitgereisten Veilchen-Fans waren nun lautstark zu hören und unterstützten ihr Team. Die Partie blieb zunächst eng. Stockton konterte einen Warren-Dreier zum 66:66, aber Mihajlo Andric und der Veilchen-Kapitän legten zum 73:68 nach (34.). Die Göttinger verpassten es nun, den Vorsprung noch weiter auszubauen. Im Gegenzug bekamen die Eisbären wieder mehr Mut und holten sich die Führung zurück (75:76/37.). Dominic Lockharts Dreier zum 80:76 ließ die Göttinger jubeln, aber auch darauf hatten die Hausherren eine Antwort. Bei noch 18,3 Sekunden auf der Spieluhr hatten Andric die Möglichkeit, die Veilchen wieder in Front zu bringen, traf aber nur einen von zwei Freiwürfen zum 81:81. Den letzten Angriff konnte Bremerhaven nicht erfolgreich abschließen, sodass es in die Verlängerung ging.

Dort brachten Armani Moore und Warren ihr Team gleich 81:84 in Front. Andric glich zwar durch einen Dreier aus, aber Warren legte sofort zum 84:87 nach (42.). Dennis Kramer hatte in der 44. Minute die Chance, durch ein Drei-Punkte-Spiel wieder den Ausgleich herzustellen, vergab aber seinen Bonus-Freiwurf (87:88). Beim Stand von 88:91 und noch 2,6 verbleibenden Sekunden schafften es die Veilchen nicht, den Ball innerhalb von fünf Sekunden ins Spielfeld zu bringen und vergaben so die Chance, die Partie noch einmal auszugleichen. Auf der anderen Seite traf Warren per Dreier mit der Sirene zum 88:94-Endstand.

Nachdem die BG das Hinspiel mit sechs Punkten Vorsprung gewonnen hatte, hat nun keines der beiden Teams sich den direkten Vergleich gesichert. Sollten Bremerhaven und Göttingen nach Saisonende punktgleich sein, entscheidet die Gesamtzahl der erzielten und bekommenen Körbe aus allen Saisonspielen über den Vergleich.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. Wir sind die einzige Mannschaft in der Liga, die nicht nachverpflichtet hat. Es ist toll, wie meine Mannschaft das hinbekommt und wie sich Spieler wie Dominic Lockhart oder Joanic Grüttner entwickeln.“

Michael Mai (Headcoach Eisbären Bremerhaven): „Göttingen hat in der zweiten Halbzeit sehr gut gespielt und hart gekämpft. Ich habe viel Respekt vor Johan Roijakkers – wir kennen uns schon sehr lange. Er holt immer mehr aus einem Team heraus, als jeder andere. Ich muss meiner Mannschaft auch ein Kompliment machen. Wir waren in der Verlängerung sehr fokussiert. Der Druck und die Verteidigung waren der Schlüssel zum Sieg.“

Eisbären Bremerhaven – BG Göttingen 94:88 (81:81, 44:29)

Zuschauer: 6.698

Die Viertel im Überblick: 30:12, 14:17, 17:30, 20:22, 13:7

BG Göttingen: Lockhart (9 Punkte/1 Dreier), Albrecht (n.e.), Kramer (11/1), Williams (2), Carter (1), Andric (17/3), Mönninghoff (2), Stockton (26/3, 5 Assists), Willis (17/3, 7 Rebounds), Haukohl (3), Grüttner Bacoul.

Eisbären Bremerhaven: Warren (25 Punkte/6 Dreier), Moore (12/1), Canty, Breitlauch, Wimberg (2), Bleck (12/2), Moten (4), Turner (20/3, 6 Assists), Benson (11, 7 Rebounds), Jackson (8).