Dezimierte Veilchen verlieren knapp in Bamberg

Geno Crandall (links) war zusammen mit Harald Frey bester Veilchen-Werfer. Bild: Daniel Löb

5. Februar 2023 - Die BG Göttingen ist mit einer Niederlage in die Rückrunde der easyCredit Basketball Bundesliga gestartet. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Sonntagabend bei Brose Bamberg nach Verlängerung 92:95 (81:81, 48:46). Vor 3.354 Zuschauern in der Bamberger BROSE ARENA lieferten sich beide Teams ein spannendes Duell, das aber auch von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt war. Während sich die Gäste aus Südniedersachsen nach einer schwierigen Trainingswoche mit vielen angeschlagenen Spielern ungewöhnlich viele Ballverluste leisteten, sorgten die Hausherren durch schlechte Entscheidungen dafür, dass sich die BG noch in die Verlängerung rettete. Am Ende ging den Göttingern aber die Kraft aus. Beste BG-Werfer waren Geno Crandall und Harald Frey mit je 24 Punkten. Für Bamberg traf Patrick Miller am häufigsten (16 Zähler).

Die Veilchen mussten auf ihren Topscorer Mark Smith sowie Peter Hemschemeier (beide Rückenbeschwerden) verzichten, die die Reise nach Bamberg nicht mit angetreten waren. Beide Teams bewegten sich zu Beginn auf Augenhöhe, die Führung wechselte mehrfach hin und her. Crandall sorgte mit einem Dreier gleich nach seiner Einwechselung dafür, dass sich die Gäste erstmals ein bisschen absetzten (14:9/6.), doch die Franken konterten und glichen zum 17:17 aus (8.). Mathis Mönninghoff brachte die Göttinger ebenfalls von außen wieder 22:21 in Front; zum Viertelende hatten aber die Bamberger wieder knapp die Nase vorn.

Auch im zweiten Abschnitt blieb die Partie zunächst knapp. Till Pape und Frey holten die Führung zurück (29:27), aber Bamberg hatte wieder eine Antwort parat. Moors gefiel das nicht, sodass er eine Auszeit nahm, die allerdings ihre Wirkung verfehlte. Denn im Anschluss setzte sich das Team von Bambergs Headcoach Oren Amiel erstmals etwas ab (32:40), sodass die nächste Moors-Auszeit fällig war (14.). Die Veilchen leisteten sich zu viele Ballverluste und machten sich so das Leben selber schwer. Allerdings dominierten sie bei den Rebounds und blieben so im Spiel. Durch einen 9:o-Lauf, den Frey zum 45:44 abschloss, holte die BG das Momentum auf ihre Seite. Mit der Halbzeitsirene traf Frey dann noch einen Dreier zum 48:46.

Die Göttinger kamen mit viel Energie aus der Kabine und zogen durch einen 10:0-Lauf auf 58:46 davon (23.). Harper Kamp traf kurz darauf zum 60:48 und erzielte seinen 1.500. Punkt im Veilchen-Trikot (24.). Aber die Bamberger fingen sich wieder und kämpften sich zurück. Bis zur 28. Minuten halbierten sie den Rückstand auf 63:57. Crandall und Mönninghoff sorgten dafür, dass der Vorsprung wieder zweistellig wurde – ins Schlussviertel ging die BG mit einer 67:59-Führung.

Im letzten Viertel ging bei den Veilchen dann aber nicht mehr viel. Die Moors-Truppe traf ihre Würfe nicht mehr und ließ durch Ballverluste leichte Bamberger Punkte zu. Auch eine Auszeit stoppte den fränkischen Lauf nicht, sodass Bamberg in Führung ging und diese auf 69:74 ausbaute (35.). Bei der BG lief es weiterhin nicht gut, was dazu führte, dass Moors auch noch seine zweite und dritte Auszeit aufbrauchte, um sein Team wieder in die Spur zu bringen (71:80/37.). Dies gelang ihm – Frey erzielte den ersten BG-Feldkorb des Abschnitts zum 73:80; Crandall ließ vier Zähler zum 77:80 folgen (39.). 13 Sekunden vor dem Ende verwandelte Miller einen Freiwurf zum 77:81, der normalerweise den Sieg bedeutet hätte. Doch Gabriel Chachashvili foulte Crandall drei Sekunden später unsportlich, sodass dieser zwei Freiwürfe plus anschließenden Ballbesitz für die Göttinger erhielt. Der US-Guard verwandelte die ersten beiden Freiwürfe, wurde beim anschließenden Angriff gefoult und glich von der Linie zum 81:81 aus – Verlängerung.

In den zusätzlichen fünf Minuten gingen den angeschlagenen Göttingern die Kräfte aus. Miller brachte die Gastgeber in der 43. Minute 85:91 in Front, aber die Veilchen gaben nicht auf. Durch einen 5:0-Lauf kämpften sich die Südniedersachsen auf 92:93 heran (45.). Doch fünf Sekunden vor dem Ende beging Javon Bess ein unsportliches Foul beim Versuch, die Uhr zu anzuhalten. Dieses Mal ließen sich die Hausherren den Sieg nicht mehr nehmen.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir brauchen heute nicht über verdient oder unverdient zu sprechen, es hätte in beide Richtungen ausgehen können. Wir hatten im dritten Viertel die Kontrolle, doch Bamberg hat sich gut zurückgekämpft. Meine Jungs haben sich aber nicht aufgegeben, kamen ebenfalls zweimal zurück. Überraschend dabei ist für mich, dass wir uns mit 26 Ballverlusten im Spiel halten konnten. Ich habe viele gute Sachen gesehen, aber auch viele schlechte. In so einem Spiel sind es die kleinen Dinge, die entscheiden. Und die waren heute nicht auf unserer Seite.“

Oren Amiel (Headcoach Brose Bamberg): „Es ist leichter zu spielen, wenn man eine Atmosphäre wie heute hat. Das hat uns in unserer schlechten Phase enorm gepusht und uns den Glauben gegeben, dass wir zurückkommen können. Es war ein Spiel der Läufe, des Momentums auf beiden Seiten, eine Partie mit vielen Fehlern. Ich spreche aber nur über mein Team, da waren Sachen dabei, die gehen so gar nicht, daraus müssen wir lernen. Am Ende haben wir ein wichtiges Spiel gegen ein gutes Team gewonnen. Dieses Selbstvertrauen müssen wir jetzt mit ins wichtige Spiel am Mittwoch nehmen.“

Brose Bamberg – BG Göttingen 95:92 n.V. (81:81, 46:48)
Die Viertel im Überblick: 25:24, 21:24, 13:19, 22:14, 14:11
Zuschauer: 3.354
BG Göttingen: Hammonds (16 Punkte/2 Dreier, 8 Rebounds), Frey (24/2, 4 Assists), Crandall (24/2, 4 Assists), Ani (n.e.), Wüllner (n.e.), Mönninghoff (8/2), Kamp (6), Pape (7), Bess (2), Giotis (2), Besselink (3/1).
Brose Bamberg: Miller (16 Punkte), Bell (8, 7 Assists), Wohlrath (8), Simmons (11/2 Dreier), Bulic (n.e.), Sonnefeld (n.e.), Bohacik (6), Chachashvili (3), Young (10/2), Reaves (13/1), Heckmann (7), Sengfelder (13/2, 6 Rebounds).

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