Niedersachsen-Derby: Lila Invasion in Braunschweig

BG Goettingen vs. Basketball Loewen Braunschweig

Duell der Aufbauspieler: Khalid El-Amin (links) und Derek Needham erzielten im Hinspiel gute Statistiken. Bild: Sabine Klar

Die Ausgangspositionen der beiden Klubs im Niedersachsen-Derby am 30. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) könnten unterschiedlicher kaum sein. Während die Basketball Löwen Braunschweig sich im Tabellen-Niemandsland befinden, geht es für die BG Göttingen weiterhin darum, den Abstieg in die Pro A zu verhindern. Der größere Druck im Duell am kommenden Samstag, 16. April, (18:30 Uhr, Volkswagenhalle, live auf www.telekombasketball.de) liegt somit bei den Gästen aus der Leinestadt, während die heimischen Löwen befreit aufspielen können. Zum nahesten Auswärtsspiel werden die Veilchen von mehr als 200 Anhängern begleitet, die ihr Team wie gewohnt lautstark unterstützen werden.

Drei Siege Rückstand hat das Team von Löwen-Headcoach Raoul Korner auf einen Playoff-Rang, fünf Siege Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Theoretisch können die Braunschweiger die Meisterschaftsrunde zwar noch erreichen, das in den verbleibenden fünf Partien zu schaffen, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Entsprechend schwer ist die Aufgabe für Korner, seine Spieler zu motivieren. Die vergangenen vier Ligaspiele gingen verloren, den letzten Sieg errangen die Löwen vor einem Monat gegen die Crailsheim Merlins.

So unterschiedlich wie die Ausgangspositionen sind auch die Spielweisen der Kontrahenten. Braunschweig nimmt hinter Ludwigsburg die meisten Würfe aller Beko BBL-Teams aus dem Zwei-Punkte-Bereich (42 pro Spiel). Dafür werfen die Spieler um Löwen-Topscorer Keaton Grant nur rund 18 Mal pro Partie von jenseits der Drei-Punkte-Linie auf den Korb – so wenig wie kein anderes Team. Bei der Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers ist es genau anders herum. Sie wirft pro Spiel rund 36 Mal aus dem Zwei-Punkte-Bereich auf den Korb (Platz 15) und 27 Mal von der Dreier-Linie (Platz drei).

„Braunschweig hat in Grant, Derek Needham und Tyrone Nash drei Spieler, die ganz allein Spiele gewinnen können“, sagt Roijakkers. Grant kommt im Schnitt auf 15,0 Zähler pro Spiel, bei Aufbauspieler Needham sind es 13,6. Es folgt US-Forward Nash (10,9). Beste Rebounder sind Kenny Frease (6,4) und Nash (5,9). Die meisten direkten Korbvorlagen kommen von Needham (3,8 Assists pro Spiel). Als der US-Guard sich im Januar eine Knieverletzung zuzog, die ihn zu einer fünfwöchigen Spielpause zwang, holte Korner den erfahrenen kanadischen Aufbauspieler Jermaine Anderson nach Braunschweig zurück. Anderson ist siebter US-Amerikaner im Löwen-Kader. Allerdings muss Korner immer noch auf Josh Gasser verzichten, der aufgrund einer Verletzung in der Leistengegend seit November vergangenen Jahres kein Spiel mehr absolviert hat.

Von den deutschen Löwen-Akteuren bekommt Nicolai Simon die meisten Spielanteile (rund 23 Minuten pro Partie), gefolgt von Lucas Gertz (12). „Coach Korner macht einen großartigen Job, indem er einem jungen Talent wie Robin Amaize die Möglichkeit gibt, in der Beko BBL zu spielen“, lobt Roijakkers seinen Kollegen, der den 22-jährigen deutschen Guard durchschnittlich rund acht Minuten pro Partie aufs Parkett lässt.

Der Veilchen-Gegner erzielt im Schnitt zwar nur 73,5 Punkte pro Spiel (nur Crailsheim kommt auf weniger), lässt dafür aber auch nur 75,6 Zähler zu und liegt damit ligaweit auf Rang vier hinter Bamberg, Frankfurt und Berlin. So entwickelte sich auch das Hinspiel zu einem so genannten Low-Scoring-Game, das die Göttinger nur knapp 63:67 verloren. Überragend auf Veilchen-Seite waren Harper Kamp (19 Punkte) und Khalid El-Amin (17). Gegen Braunschweigs besten Punktesammler Grant konnten die Göttinger nichts ausrichten (20 Punkte), zudem gab Needham elf Assists.