Harald Frey bejubelt den Sieg gegen Heidelberg. Bild: Swen Pförtner

9. Februar 2023 - Die BG Göttingen hat die erste Partie des Heimspiel-Doppelpacks gewonnen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors besiegte am Donnerstagabend die MLP Academics Heidelberg 87:81 (41:38). Die Partie wurde präsentiert von 1komma5 Grad – Ihr Partner in der Region Göttingen für Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und Wallboxen. Vor 3.700 Zuschauern in der Göttinger LOKHALLE brauchten die Gastgeber ein bisschen Zeit, um ins Spiel zu kommen. Getragen von ihren Fans, die für tolle Stimmung sorgten, übernahmen die Göttinger im zweiten Viertel die Kontrolle und spielten die Partie konzentriert zu Ende. Bester BG-Werfer war Harper Kamp mit 29 Punkten – seine Karriere-Bestleistung. Für Heidelberg traf Eric Washington am häufigsten (25 Zähler).

Die Veilchen, die erneut auf ihren Topscorer Mark Smith und Peter Hemschemeier (beide Rückenbeschwerden) verzichten mussten, und die Gäste lieferten sich zu Beginn ein Duell auf Augenhöhe. Die Heidelberger erarbeiteten sich leichte Vorteile, doch Max Besselink glich per Dreier zum 9:9 aus (4.). Im Anschluss daran blieb die Partei zunächst eng, die BG schaffte es aber nicht, in Front zu gehen (13:15/6.). Im Gegenzug erarbeiteten sich die Süddeutschen, die mit den ehemaligen BG-Spielern Akeem Vargas, Bennet Hundt und Elias Lasisi antraten, leichte Vorteile. Washington ließ sein Team auf 13:20 davonziehen (8.). Bei diesem Sieben-Punkte-Rückstand blieb es bis zum Viertelende (17:24).

Auch im zweiten Abschnitt lief es für die Hausherren zunächst nicht viel besser. Zwar kämpften die Moors-Jungs, doch Heidelberg hatte immer eine Antwort parat und baute seinen Vorsprung auf 26:35 aus (16.). Aber wie schon so oft in dieser Saison zeigten die Veilchen Charakter und ließen die Köpfe nicht hängen. Javon Bess startete die Aufholjagd durch seinen Dreier zum 29:35. Harald Frey ließ fünf Punkte in Serie folgen; Kamp, der sein 150. Spiel im BG-Trikot absolvierte, besorgte den Ausgleich und die Führung (38:36/19.). Die behielten die Gastgeber bis zur Halbzeitpause (41:38).

Nach dem Seitenwechsel brauchten die Göttinger ein bisschen Zeit, um wieder in ihren Rhythmus zu kommen. Die ersten Zähler des Abschnitts erzielte Kamp erst nach mehr als drei Minuten zum 43:42 (24.). Mitte des Viertels lief es dann immer besser für die BG, die durch einen 10:2-Lauf auf 55:46 davonzogen (27.). Das Team von Academics-Headcoach Joonas Iisalo schaffte es zunächst durch einen Dreier von Tim Coleman, den Rückstand nicht noch größer werden zu lassen (59:50/28.). Doch Crandall und Kamp ließen den Veilchen-Vorsprung wieder zweistellig anwachsen (63:50/29.). Vor dem Schlussviertel verkürzte Washington per Dreier noch auf 65:59.

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts legte Washington mit fünf Punkten in Folge zum 65:61 nach und zwang Moors zu einer Auszeit (32.). Dies wirkte nur kurz, denn Vincent Kesteloot brachte Heidelberg durch ein Drei-Punkte-Spiel auf 67:64 heran. Rayshaun Hammonds und Kamp zeigten im Anschluss ihre Dominanz unter den Körben – die Punkte vom Kapitän zum 72:66 sorgten für seinen Rekord (34.). Die Veilchen hatten die Partie nun im Griff und immer Antworten auf alle Heidelberger Aktionen. Frey bauten den Vorsprung in der 39. Minute auf 83:82 aus, Crandall ließ kurz darauf das 87:75 folgen (40.). Die Gäste warfen noch einmal alles in die Waagschale und kamen durch ihren Topscorer acht Sekunden vor dem Ende auf 87:81 heran. Nach einer weiteren Moors-Auszeit foulten sie aber nicht, sodass die Göttinger ihren Vorsprung behielten.

Nach einem Tag Pause steht am kommenden Samstag gleich schon die nächste Partie für die Göttinger in der LOKHALLE auf dem Programm. Ab 20:30 Uhr sind die HAKRO Merlins Crailsheim zu Gast. Auch dieses Spiel ist restlos ausverkauft.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg und unserem Spielniveau. Es war ein schwieriges erstes Viertel. Offensiv waren wir ein bisschen im Spiel, aber defensiv hatten wir keine Kontrolle und haben zu einfache Punkte unter den Körben zugelassen. Die Fans haben uns dann geholfen, ins Spiel zu kommen. Es war eine sehr, sehr, sehr gute Stimmung. Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen, aber auch zu coachen. In den letzten drei Vierteln habe ich sehr guten Basketball von meinem Team gesehen. Wir haben eine gute Reaktion auf das Bamberg-Spiel gezeigt, in dem wir viel zu viele Ballverluste hatten. Heute habe ich eine unglaublich gute Ballbewegung und nur sieben Ballverluste gesehen. Alles, was man machen muss, haben wir in den letzten drei Vierteln gut gemacht.“

Joonas Iisalo (Headcoach MLP Academics Heidelberg): „Göttingen hat bisher in der Saison außergewöhnlichen Basketball und heute auch ein sehr gutes Spiel gezeigt. Auch die Atmosphäre hier war sehr schön. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben die Dinge gemacht, über die wir gesprochen haben, die uns einen Auswärtssieg bringen können: Offensiv-Rebounds, Punkte in der Zone, offene Würfe kreieren. Ab dem zweiten Viertel hat Göttingen dann das Spiel kontrolliert. Sie haben uns unter dem Korb dominiert. Wir haben überhaupt keinen guten Job beim Rebound gemacht. Dann waren ihre Guards mit dem Killerinstinkt da, und wir haben es nicht geschafft, den wegzunehmen. Wir haben nicht viel Zeit, um zu regenerieren. Wir spielen am Samstag in Ulm – darauf müssen wir uns jetzt fokussieren.“

BG Göttingen – MLP Academics Heidelberg 87:81 (41:38)
Die Viertel im Überblick: 17:24, 24:14, 24:18, 22:25
Zuschauer: 3.700 (ausverkauft)
BG Göttingen: Hammonds (17 Punkte/1 Dreier), Frey (8), Crandall (13 Punkte/9 Rebounds, 9 Assists), Ani (n.e.), Wüllern (n.e.), Mönninghoff (1), Kamp (29/1), Pape (9), Bess (3/1), Giotis (1), Besselink (6/2).
MLP Academics Heidelberg: Herzog (3 Punkte/1 Dreier), Würzner (n.e.), Coleman (13/2), Ely (3), Lasisi (5/1), Griffin (4), Ugrai (14/3), Kesteloot (10, 8 Rebounds), Vargas (2), Edwardsson (n.e.), Washington (25/3, 5 Assists), Hundt (2).

Die Veilchen um Kapitän Harper Kamp (links mit Berlins Yanni Wetzell) haben in Berlin lange mitgehalten. Bild: Tilo Wiedensohler/camera4

9. April 2023 - Die BG Göttingen hat beim deutschen Meister eine gute Leistung gezeigt. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors musste sich am Sonntagabend bei ALBA BERLIN zwar 78:91 (46:47) geschlagen geben, hielt die Partie gegen den hohen Favoriten vor 8.799 Zuschauern in der Berliner Mercedes-Benz Arena aber bis Mitte des dritten Viertels offen. Dann musste BG-Topscorer Mark Smith (17 Punkte) in der 27. Minute aufgrund seines zweiten unsportlichen Fouls vom Parkett, sodass die Göttinger neben dem noch gesperrten Geno Crandall auf einen zweiten Leistungsträger verzichten mussten. Die dezimierten Südniedersachsen gaben nicht auf, konnten die Berliner aber nicht mehr in Bedrängnis bringen. Für Berlin trafen Jonas Mattisseck und Johannes Thiemann am häufigsten (je 14 Zähler).

Die Veilchen, bei denen neben Crandall auch Peter Hemschemeier (Rückenbeschwerden) und Max Besselink (Unterarmverletzung) fehlten, gestalteten die Anfangsphase nach nervösem Beginn offen. Harper Kamp und Till Pape hielten die Gäste im Spiel (6:9/4.). Doch dann spielten die Hauptstädter konsequenter in der Transition und schlossen ihre Schnellangriffe souverän ab. Maodo Los Zähler zum 6:13 ließen Moors seine erste Auszeit nehmen (5.). Aber auch danach fanden die Göttinger zunächst kein Mittel, um den Titelverteidiger in der Offensive zu stoppen. Mattisseck traf zwei Dreier hintereinander zum 11:22 (8.). Smith konterte ebenfalls von außen, Rob Edwards legte zum 17:22 nach (9.). Im Anschluss versuchte Smith seinen Verteidiger Mattisseck von sich fernzuhalten – seine Armbewegung werteten die Schiedsrichter als unsportliches Foul. Die Berliner nutzten dies, um den Abstand erneut zu erhöhen (17:27/9.). Aber die BG fand nun Wege in der Offensive und verkürzte durch zwei Drei-Punkte-Spiele von Smith zum Viertelende auf 23:29.

In den zweiten Abschnitt starteten die Veilchen mit einem 6:0-Lauf, den Smith zum 29:29 abschloss und ALBA-Headcoach Israel Gonzalez zu seiner ersten Auszeit zwang (12.). Die Moors-Truppe hatte im Anschluss mehrfach die Chance, in Führung zu gehen, vergab diese aber. Die Berliner erzielten ihren ersten Feldkorb in diesem Abschnitt in der 14. Minute durch Jaleen Smith zum 29:32. Der Meister hatte es Louis Olinde zu verdanken, dass er in Front blieb und seine Führung wieder etwas ausbaute (32:40/17.). Doch die BG ließ die Köpfe nicht hängen und spielte mit Selbstbewusstsein. Edwards mit fünf Punkten und Kamp mit vier Zählern in Folge brachten die Gäste auf 41:42 heran (19.). Pape ließ die mitgereisten Veilchen-Fans mit seinem Ausgleich zum 43:43 jubeln. Zwar gingen die Berliner wieder in Führung, den Schlusspunkt vor der Halbzeitpause setzte aber Mark Smith mit seinem ganz weiten Dreier zum 46:47-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel besorgte Kamp gleich die erste BG-Führung seit den Anfangsminuten (48:47/21.). Im Anschluss konterte Pape einen Dreier von Luke Sikma zum 51:50 (22.). Die Führung wechselte noch einmal hin und her, bevor die Berliner einen Zwischenspurt zum 53:61 einlegten (27.). Erneut war es Pape, der die fast dreiminütige korblose Göttinger Phase beendete (55:61/27.). Kurz darauf ereignete sich die Szene, die zum Ausschluss von Mark Smith führte. Ben Lammers und Smith sprangen beide zum Ball hoch, wobei sich die Arme der Spieler verhakten. Weil dies Lammers daran hinderte, den Schnellangriff einzuleiten, werteten die Schiedsrichter die Aktion als unsportliches Foul von Smith. Die kurze Veilchen-Schockphase nutzen die Gastgeber, um ihren Vorsprung auf 55:69 auszubauen (28.). Moors gab seinen Spielern in der anschließenden Auszeit das Selbstvertrauen zurück – sie ließen einen 6:0-Lauf folgen (61:69/30.). Ins Schlussviertel gingen die Südniedersachsen mit einem 61:71-Rückstand.

Im letzten Abschnitt blieb es zunächst beim Zehn-Punkte-Abstand (65:75/32.). Aber ohne ihren Topscorer hatten es die Gäste nun schwerer, zu Punkten zu kommen, zumal sie auch nicht mehr so hochprozentig trafen. Aber die Göttinger kämpften weiter. Einen 0:5-Lauf zum 65:80 konterten Harald Frey und Edwards zum 69:80 (36.), verpassten aber die Chance, den Rückstand wieder einstellig zu machen. Die Albatrosse agierten souverän und bauten ihren Vorsprung wieder aus, doch die Veilchen ließen nicht locker und verkürzten durch ein Drei-Punkte-Spiel von Frey auf 75:86 (39.). Den Berliner Sieg konnte die BG aber nicht mehr in Gefahr bringen.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Insgesamt war ALBA das klar bessere Team. In der ersten Hälfte waren wir noch gut im Spiel. Danach haben wir zwar weiterhin vielversprechende Würfe kreiert, sie allerdings seltener getroffen. Wie bereits in den vergangenen Partien hatten wir einige Probleme, haben aber zumindest einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Vor allem unsere Mentalität war heute deutlich verbessert.“

Israel Gonzalez (Headcoach ALBA BERLIN): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Sieg, denn Göttingen ist ein starker Gegner. In der ersten Hälfte haben sie kaum Offensivrebounds zugelassen, in der zweiten Halbzeit konnten wir das ändern. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Dazu haben wir heute wieder mal über 40 Minuten den nötigen Einsatz gezeigt, trotz unseres kräftezehrenden Spielplans.“

ALBA BERLIN – BG Göttingen 91:78 (47:46)
Die Viertel im Überblick: 29:23, 18:23, 24:15, 20:17
Zuschauer: 8.799
BG Göttingen: Hammonds (6 Punkte, 8 Rebounds), Edwards (13/2 Dreier), Frey (14/1, 7 Assists), Boakye, Smith (17/3, 8 Rebounds), Ani (n.e.), Mönninghoff, Kamp (9/1), Pape (13/1), Bess (6), Giotis.
ALBA BERLIN: Lo (6 Punkte/1 Dreier), Procida (7/1), Smith (7/1), Delow (4), Wetzell (8), Mattisseck (14/4), Schneider (3), Olinde (10), Thiemann (14/1, 6 Rebounds), Sikma (9/1), Lammers (4), Zoosman (5/1).

Die Veilchen um Harper Kamp gaben gegen München nie auf. Bild: sampics Photographie

18. Mai 2023 - Die BG Göttingen hat im zweiten Duell im Viertelfinale der easyCredit BBL-Playoffs die Überraschung knapp verpasst. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Donnerstagabend beim FC Bayern München 85:87 (43:55). Vor 6.500 Zuschauern im ausverkauften Münchener Audi Dome zeigten die südniedersächsischen Gäste eine bessere Leistung als im ersten Spiel, agieren stärker unter den Körben und trafen ihre Würfe von außen hochprozentiger. Die Hausherren zogen immer wieder davon, aber die Göttinger kämpften und glichen 22 Sekunden vor dem Ende aus. Münchens Cassius Winston traf die zwei entscheidenden Freiwürfe zum Sieg. Bester BG-Werfer war Geno Crandall mit seiner Saison-Bestleistung (28 Punkte). Für München traf Winston am häufigsten (13 Zähler). Im dritten Duell der Serie empfangen die Göttinger am kommenden Sonntag, 21. Mai, ab 15 Uhr die Münchener in der Sparkassen-Arena und müssen diese Partie gewinnen, um ein viertes Spiel zu erzwingen.

Die Veilchen, bei denen Peter Hemschemeier (Rücken), Max Besselink (Knie) und Max Wüllner (krank) fehlten, brauchten einen Moment, um ins Spiel zu kommen. Den 0:6-Lauf der Münchener konterten die Gäste mit einem 6:0-Lauf, den Mark Smith zum 6:6 abschloss (4.). Crandall besorgte kurz darauf die erste BG-Führung per Dreier zum 9:6. Beide Teams spielten nun auf Augenhöhe, die Führung wechselte mehrfach hin und her. Auf einen Smith-Dreier antwortete Winston zum 19:19 (8.). In die erste Viertelpause gingen die Göttinger mit einem knappen 23:24-Rückstand.

In den zweiten Abschnitt starteten die Veilchen gleich mit einem Dreier von Harald Frey zum 26:24. Harper Kamp baute die Führung auf 28:24 aus und zwang FC-Bayern-Headcoach Andrea Trinchieri zu seiner ersten Auszeit. Danach lief es für die Gastgeber wieder besser, die sich durch einen 2:9-Lauf die Führung zurückholten (30:33/14.). Dann war es an Moors, den Lauf durch eine Auszeit zu unterbrechen. Sein Team fing sich wieder – Crandall und Javon Bess drehten die Partie zu Gunsten der BG (38:36/15.). Nach zwei Dreiern in Folge von Nick Weiler-Babb und Niklas Wimberg hielt Smith die Veilchen durch seinen Dreier zum 41:42 im Spiel (17.). Doch dann leisteten sich die Göttinger ein paar unnötige Fehler, die der deutsche Pokalsieger eiskalt bestrafte. Bis zum Viertelende gelangen der BG nur noch zwei Zähler, während die Gastgeber auf 43:55 davonzogen.

Nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Spieler angeführt von ihrem Kapitän Harper Kamp zurück ins Spiel. Den 8:2-Lauf schloss Smith zum 51:57 ab (25.). Wimberg verschafften dem FC Bayern durch einen Dreier wieder etwas Luft, aber Smith und Frey verkürzten auf 57:60 (27.). Auch eine erneute Trinchieri-Auszeit konnte die Göttinger Aufholjagd nicht stoppen: Till Pape glich von außen zum 60:60 aus (28.). Die Partie blieb nun eng, keine Mannschaft setzte sich ab. Allerdings schafften es die Veilchen nicht, sich die Führung zu holen. Das Viertel beendeten die Münchener mit drei Freiwürfen, von denen Corey Walden aber nur zwei zum 66:69 verwandelte.

Im letzten Abschnitt taten sich die Göttinger sehr schwer in der Offensive und kamen bis zur 36. Minute auf nur einen Freiwurf-Punkt, sodass die Gastgeber wieder davonzogen (67:78/35.). Bess erlöste die Veilchen durch seinen Dreier zum 70:78 (36.). Die BG zeigte nun wieder ihr Kämpferherz, gab nicht auf und arbeitete sich Stück für Stück heran. Kamps Dreier zum 75:80 bewegte Trinchieri zu einer weiteren Auszeit, die aber erneut nicht wirkte. Der überragende Crandall verkürzte durch vier Punkte in Folge auf 79:80 (39.). Nationalspieler Niels Giffey stoppte die Aufholjagd mit seinem Dreier zum 79:83, sodass Moors mit einer Auszeit reagierte. Die Gäste zeigten Nervenstärke und glichen die Partie 22 Sekunden vor dem Ende zum 85:85 aus. Im letzten Angriff rutschte Winston beim Zug zum Korb weg – die Schiedsrichter sahen aber ein Foul und schickten den US-Guard an die Freiwurflinie. Dieser verwandelte den ersten und vergab den zweiten, aber die Münchener sicherten sich den Rebound. Winston wurde nach Ansicht der Schiedsrichter erneut gefoult und verwandelte 1,3 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Freiwurf zum Sieg. Die Göttinger wurden auch nach Spielende noch minutenlang von ihren mitgereisten Fans lautstark bejubelt.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Vorgestern konnte ich sagen, dass es ein verdienter Sieg für München war. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das heute auch der Fall gewesen ist. Ich denke, dass dieses Spiel in beide Richtungen hätte gehen können. Wir Trainer lernen aus solchen Spielen immer etwas. Ich habe gelernt, dass ich mich im Sommer noch einmal ganz genau mit den Basketball-Regeln beschäftigen muss, denn offensichtlich kenne ich sie nicht richtig. Das Spiel entscheidet sich mit einer kleinen Aktion am Ende. Ich bin stolz auf meine Spieler, die alles gegeben haben. Wir sind nach einem Rückstand zurückgekommen. Das ist hier in München sehr stark. Im nächsten Spiel werden wir bereit sein.“

Andrea Trinchieri (Headcoach FC Bayern München): „Ich glaube, dass uns die Verletzung von Andi Obst emotional sehr getroffen hat. Ich habe gespürt, dass das Team in diesem Moment wie ein platter Reifen in sich zusammengefallen ist. Andi ist ein wichtiger Spieler für uns und ihn vom Parkett humpeln zu sehen, hat unser Momentum getötet. Aber das Wichtigste ist, dass es jetzt 2:0 steht. Alles andere zählt nicht.“

FC Bayern München – BG Göttingen 87:85 (55:43)
Die Viertel im Überblick: 24:23, 31:20, 14:23, 18:19
Zuschauer: 6.500 (ausverkauft)
BG Göttingen: Hammonds (2 Punkte), Edwards (3), Frey (5/1 Dreier), Crandall (28/3), Boakye (n.e.), Smith (18/2), Ani (n.e.), Mönninghoff, Kamp (13/1), Pape (10/1, 5 Rebounds), Bess (6/2, 5 Assists), Giotis.
FC Bayern München: Weiler-Babb (12 Punkte/2 Dreier, 4 Assists), Walden (5/1), Seeley (n.e.), Winston (13, 4 Assists), Giffey (3/1), Bonga (8), Jaramaz (6), Obst (11/2), Wimberg (6/2), Harris (7/1), Gillespie (6, 6 Rebounds), Cheatham (10/1).

Harper Kamp wird in dieser Saison nicht mehr für die BG auf dem Parkett stehen. Bild: Swen Pförtner

19. Januar 2024 - Die BG Göttingen muss einen weiteren Rückschlag verkraften. Kapitän Harper Kamp wird aufgrund seiner Knieverletzung in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Zu dieser Einschätzung ist der medizinische Stab der Veilchen nach mehrfachen gründlichen Untersuchungen und Evaluationen gekommen. „Harper hat weiterhin Schmerzen in seinem Knie, sodass er das Aufbautraining nicht wie geplant fortsetzen kann“, sagt BG-Headcoach Olivier Foucart. „Das ist in erste Linie sehr bedauerlich für Harper, aber natürlich fehlt er uns mit seiner Erfahrung sehr.“

Der deutsche Center hatte sich in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den FC Bayern München im Mai vergangenen Jahres eine Innenbandverletzung im Knie zugezogen. Im August musste aufgrund anhaltender Schmerzen eine Arthroskopie vorgenommen werden. Es war vorgesehen, dass der 35-Jährige spätestens im November wieder einsatzbereit sein würde. Allerdings verlief der Heilungsprozess nicht wie erwartet. „Bei solchen Verletzungen ist es nie leicht, eine genaue Prognose zu treffen. Unser medizinischer Stab hat alles getan, um Harper so schnell wie möglich wieder fit zu bekommen. Auch Harper hat hart gearbeitet, weil er dem Team unbedingt helfen will. Umso mehr schmerzt sein langfristiger Ausfall“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.

Die BG hatte bereits im September vergangenen Jahres auf die Knieverletzung von Kamp reagiert und den deutschen Center Philipp Hartwich verpflichtet. Somit werden die Göttinger nach derzeitigem Stand nicht noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden.

Harper Kamp gehört zu den Göttinger Publikumslieblingen. Bild: Swen Pförtner

27. Juni 2023 - Kein Spieler hat im Trikot der BG Göttingen mehr Punkte erzielt, keiner mehr Rebounds geholt: Harper Kamp gehört wie Mathis Mönninghoff zu den Identifikationsfiguren des easyCredit Basketball-Bundesligisten aus Südniedersachsen. Das Duo wird auch in der kommenden Saison Seite an Seite spielen: Kapitän Kamp bleibt der BG mindestens eine weitere Spielzeit erhalten. „Ich bin sehr froh, Harper in der kommenden Saison im Team zu haben“, sagt BG-Headcoach Olivier Foucart. „Seine Erfahrung, Führungsqualitäten und Rollenverständnis sind sehr wertvoll für das Team, den Klub und mich. Harper kann direkt unter dem Korb spielen, gut aus dem Pick and Roll abschließen, hat ein gutes Short-Roll-Game und ist in vielen Situationen ein solider Verteidiger. Nicht zuletzt ist er ein großartiger Mensch mit einer sehr guten Einstellung.“

Der 34-jährige gebürtige US-Amerikaner mit deutscher Staatsangehörigkeit hatte großen Anteil an der erfolgreichsten Veilchen-Saison seit dem Wiederaufstieg. Im Dezember vergangenen Jahres stellte er seine persönliche Bestleistung in der Partie gegen Brose Bamberg ein (26 Punkte), um diese dann bei der Rückkehr in die LOKHALLE in der Partie gegen die MLP Academics Heidelberg im Februar zu überbieten (29 Zähler). Insgesamt hat der Familienvater (zwei Kinder) 1.630 Punkte im BG-Trikot erzielt (Platz zwei: Michael Stockton mit 1.032) und 645 Rebounds geholt (Platz zwei: Jason Boone mit 634).

Seine akademische Laufbahn verbrachte der Forward von 2007 bis 2012 an der University of California, Berkeley. In seiner ersten Profisaison lief der Wahl-Göttinger für Panelefsiniakos (Griechenland) und KK Fendi Industries (Mazedonien) auf, bevor er 2013 in die Universitätsstadt an der Leine wechselte. Kamp gehörte zu den Leistungsträgern im ProA-Team, wurde zum Spieler des Jahres gewählt und hatte großen Anteil am Aufstieg in die easyCredit BBL. Nach der erfolgreichen Erstliga-Saison 2014/15 nahmen die MHP RIESEN Ludwigsburg den aus dem US-Bundesstaat Arizona stammenden Spieler unter Vertrag, einigten sich aber noch in der Vorbereitung auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

So kam Kamp direkt zurück zu den Veilchen und spielte seine dritte Saison für die Göttinger. Im Sommer 2016 zog es den Basketballer zu den Eisbären Bremerhaven, für die er eine Spielzeit absolvierte und im Anschluss erst einmal keinen neuen Vertrag unterschrieb. Da Kamp inzwischen in Göttingen heimisch geworden war, konnte er im November 2017 bei der BG aushelfen, als Darius Carter mit einer Handgelenksverletzung länger ausfiel. Nach dem Ende des Kurzzeitvertrags im März 2018 ging Kamp für ein paar Wochen nach Uruguay, um für Malvin Montevideo aufzulaufen und seine Karriere anschließend vorerst zu beenden.

Im Sommer 2020 hospitierte der Publikumsliebling bei den Veilchen, um vom damaligen Headcoach Roel Moors zu lernen. Aufgrund von Verletzungssorgen benötigte der Belgier einen Trainingsspieler, sodass Kamp einsprang. Im Training überzeugte der Forward, wurde vom Veilchen-Cheftrainer in den Erstliga-Kader aufgenommen und blieb den Göttingern seitdem treu.

Zum Veilchen-Kader für die Saison 2023/24 gehören aktuell Peter Hemschemeier, Mathis Mönninghoff, Karlis Silins und Harper Kamp.

Steckbrief
Name: Harper Kamp
Geburtstag: 03.09.1988
Nationalität: GER
Größe: 203 cm
Gewicht: 110 kg
Position: Forward/Center
Vorherige Stationen (von neu nach alt):
Malvin Montevideo (LUB/Uruguay)
BG Göttingen (easyCredit BBL/Deutschland)
Eisbären Bremerhaven (easyCredit BBL/Deutschland)
BG Göttingen (ProA/easyCredit BBL/Deutschland)
KK Fendi Industries (Superleague/Mazedonien)
Panelefsiniakos (HEBA A1/Griechenland)
University of California, Berkeley/California Golden Bears (NCAA/USA)

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