BG Goettingen vs. ratiopharm ulm
ratiopharm ulm war für Dominik Spohr (Mitte) und die Veilchen zu stark. Bild: Sabine Klar

Die BG Göttingen hat im Kampf um den Ligaverbleib einen Schritt nach vorne verpasst. Gegen ratiopharm ulm verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers am Freitagabend 74:95 (40:43). Vor 3.168 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen Arena hielten die Veilchen in der von der Sartorius AG präsentierten Begegnung nur eine Halbzeit mit dem Favoriten aus Ulm mit und mussten sich ohne ihren Spielmacher Khalid El-Amin (Rückenbeschwerden) am Ende deutlich geschlagen geben. Bester Veilchen-Punktesammler war Terrell Everett mit 13 Zählern. Für Ulm traf Per Günther am häufigsten (22 Punkte), Ex-Veilchen Raymar Morgan erzielte ein Double-Double (19 Zähler, zwölf Rebounds).

Die Veilchen starteten mit viel Selbstvertrauen und Treffsicherheit in die Partie. Malte Schwarz, der sich am gestrigen Donnerstag nach einem Trainingsunfall noch einer Zahn-OP unterziehen musste, verwandelte in der 4. Minute seinen zweiten Dreier zum 12:6. Für die Ulmer übernahm Kapitän Günther Verantwortung und hielt die Gäste in Schlagdistanz (12:8). Aber die Göttinger kämpften weiter leidenschaftlich, sodass Ulms Headcoach Thorsten Leibenath beim 17:10 durch Ian Hummer eine Auszeit nahm. Diese wirkte bei seinen Spielern, die sich bis auf einen Punkte an die BG heranarbeiteten (17:16/9.). Die Hausherren fingen sich aber wieder und gingen mit einer 21:18-Führung in die erste Viertelpause.

Den zweiten Abschnitt begannen die Veilchen mit einem Dreier von Robert Kulawick, doch die Gäste aus Baden-Württemberg kamen immer besser in die Partie. Morgan erzielte die erste Ulmer Führung und legte zum 24:27 nach (14.). Nun war es Roijakkers, der seine Akteure in einer Auszeit neu einstellte. Die BG agierte danach im Angriff wieder ruhiger und kam so zu freien Würfen von der Drei-Punkte-Linie. Schwarz, Dominik Spohr und Andy Onwuegbuzie waren von jenseits der 6,75-Meter-Linie erfolgreich und brachten ihr Team so wieder 33:29 in Führung (16.). Morgan schien sich in seiner alten Spielstätte jedoch immer wohler zu fühlen und glich zum 35:35 aus (18.). Zwar brachten Mathis Mönninghoff und Ruben Boykin die Südniedersachsen wieder in Front, doch Ulm beendete die erste Hälfte mit einem starken 0:8-Lauf, den Pierria Henry mit der Pausensirene zum 40:43 abschloss.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es eine Weile, bis beide Mannschaften wieder in einen Offensivrhythmus kamen. Die Gäste aus Ulm verteidigten die Drei-Punkte-Würfe der BG nun besser und waren unter dem Korb überlegen. Die Göttinger schafften es zudem nicht mehr, in der Verteidigung weiterhin so intensiv wie in der ersten Hälfte dagegenzuhalten. Hummer verkürzte in der 26. Minute zwar auf 48:53, doch dann verloren die Roijakkers-Jungs komplett den Faden und leisteten sich immer wieder unnötige Ballverluste, die Ulm zu Punkten aus Schnellangriffen nutzte. So vergrößerte sich der Rückstand Stück für Stück. Fast vier Minuten blieben die Veilchen ohne Korberfolg, sodass die Gäste auf 48:67 davonzogen (28.). Das Viertel schloss Boykin mit einem Dreier zum 51:67 ab.

Dass die Ulmer an diesem Abend zu stark waren, um sie zu schlagen erkannte Roijakkers und schonte seine Leistungsträger im letzten Abschnitt für die wichtige Partei bei Phoenix Hagen am kommenden Sonntag. So erhielten die jungen deutschen Spieler Onwuegbuzie, Nick Boakye und Jojo Menzel viel Spielzeit und durften sich mit Spitzenspielern wie Günther und Morgan messen und Erfahrung auf hohem Niveau sammeln. Zum Ende der Partie ließ auch Leibenath seine Nachwuchsakteure aufs Parkett, sodass sich am Abstand zwischen beiden Team nicht mehr viel änderte. In der 37. Minute wuchs der BG-Rückstand auf vorentscheidende 26 Punkte an (63:89), die Veilchen-Youngster verkürzten diesen noch auf 21.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Es war ein verdienter Sieg für Ulm. In der zweiten Halbzeit war es sehr schwer für uns, auf den Korb zu zielen und unsere Dreier zu kreieren. Das hat Ulm gut verteidigt. Wir haben 31 Spiele hinter uns und sind noch immer in der ersten Liga. Das ist unglaublich. Wir haben es immer noch selber in der Hand. Aber wir brauchen unsere Amerikaner. Sie müssen gut spielen. Sie haben entscheiden, ob wir in der Liga bleiben oder nicht.“

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm ulm): „Wir haben ein abwechslungsreiches Basketball-Spiel gesehen. Ich bin froh, dass wir es gewinnen konnten. Es sah zunächst nicht nach einem Spaziergang aus, aufgrund der starken ersten Hälfte der BG Göttingen. Wir haben uns dann besser auf die unorthodoxe Spielweise eingestellt und den Gegner über das gesamte Spiel gesehen zu vielen Ballverlusten gezwungen. Daraus resultierten unser schnelles Spiel und einfache Punkte. Wir haben den Ball gut bewegt, was 26 Assists zeigen. Unsere jungen Spieler konnten Akzente setzen, und wir haben stark gereboundet. In den Schlüsselbereichen waren wir einen Tick besser. Es war schön, viele deutsche Spieler auf dem Parkett zu sehen, die mit viel Talent gesegnet sind. Ich wünsche der BG Göttingen alles Gute und bin guter Dinge, dass sie den Nichtabstieg schaffen.“

BG Göttingen – ratiopharm ulm 74:95 (40:43)

Die Viertel im Überblick: 21:18, 19:25, 11:24, 23:28

Zuschauer: 3.168

BG Göttingen: Kulawick (6 Punkte/2 Dreier), Everett (13/3), Spohr (6/1), Onwuegbuzie (6/2), Schwarz (9/3), Godbold (3/1, 4 Assists), Mönninghoff (3/1, 4 Rebounds), Kamp (2), Hummer (9, 4 Rebounds), Boakye (1), Boykin (9/1), Menzel (7).

ratiopharm ulm: Günther (22 Punkte/3 Dreier), Ferner (5/1), Morgan (19, 12 Rebounds), Alte (1), Neumann (5), Henry (11/2, 12 Rebounds), Butler (9/1), Babb (n.e.), Rohwer (3), Braun (14/1), Krämer (6).

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