Veilchen-Auswärtstour geht in Gießen weiter

Ex-Veilchen Kyan Anderson ist in dieser Saison bislang zweitbester Assistegeber der Gießener. Bild: Michael Schepp

7. Januar 2022 – Bei der BG Göttingen hat sich die ohnehin schon nicht optimale Personalsituation durch die Quarantäne-Anordnung für Stephen Brown Jr. (positiver PCR-Test) noch einmal verschärft. BG-Headcoach Roel Moors ist seit den Abgängen von Zack Bryant und James Dickey III Ende November intensiv auf der Suche nach Nachverpflichtungen, bisher gab es aber keine Einigung mit einem Kandidaten, der die sportlichen und finanziellen Anforderungen erfüllt. „Ich möchte keinen Spieler verpflichten, um einfach nur jemanden hier zu haben. Der Spieler muss uns auch weiterhelfen“, betonte Moors bereits mehrfach. Die durch die Pandemie unsichere finanzielle Situation macht die Suche nicht einfacher. So werden die Veilchen auch im Duell gegen die JobStairs GIESSEN 46ers am kommenden Samstag, 8. Januar, (18 Uhr, Sporthalle Gießen-Ost, live bei MagentaSport) weiterhin dezimiert antreten. Für das Moors-Team ist es das vierte Auswärtsspiel innerhalb von 13 Tagen.

Im Gegensatz zu den Göttingern, die in Bayreuth mit nur drei ausländischen Akteuren antraten (Kamar Baldwin, Jake Toolson, Jeff Roberson), muss in Gießen immer einer der sieben ausländischen Spieler aussetzen. „Wir wissen nicht genau, welche Spieler auflaufen werden, was die Vorbereitung natürlich erschwert“, sagt BG-Assistenztrainer Olivier Foucart. Beim Hessen-Derby in Frankfurt, das die 46ers 79:90 verloren und damit ihre siebte Niederlage in Folge hinnehmen mussten, stand US-Guard Jalen Tate nicht im Kader.

Bester Gießener war am vergangenen Sonntag US-Forward Nuni Omot (19 Punkte, sieben Rebounds). Der 2,06 Meter große Omot ist auch im Schnitt bester 46ers-Punktesammler (13,8), gefolgt von den beiden US-Guards T.J. Williams (11,2) und Kendale McCullum (10,2). Omot holt auch die meisten Gießener Rebounds (5,1 pro Spiel). Sein Teamkollege Phillip Fayne II ist insbesondere beim Offensiv-Rebound stark. Am gegnerischen Brett sammelt er mehr als die Hälfte (2,5) seiner gesamten Rebounds (4,1) ein. Die meisten Korbvorlagen gibt McCullum (6,0 Assists pro Spiel) vor Ex-Veilchen Kyan Anderson (3,3). „Gießen hat vier, fünf Guards, die alle auf der Point-Guard-Position spielen können“, sagt Foucart. „Sie können sehr schnell spielen, erzielen viele Punkte aus der Transition und attackieren den Korb.“

Während die Veilchen trotz des relativ schlechten Tags in Bayreuth immer noch das effizienteste Team von jenseits der 6,75-Meter-Marke sind (40,1 Prozent), treffen die Hessen die wenigsten ihrer Drei-Punkte-Wurf-Versuche (31,2 Prozent). Spitze sind die Gießener bei den Freiwürfen: Keine Mannschaft in der Liga geht öfter an die Linie als die Strobl-Truppe (23-mal pro Spiel). Ein Faktor dafür: Pro Spiel holen sich die Hessen 12,5 Offensiv-Rebounds und belegen damit Rang drei in der Liga. „Es ist wichtig, dass wir gut als Team verteidigen. Das haben wir in Bayreuth ordentlich gemacht“, so der belgische Co-Trainer. Für die Göttinger geht es aufgrund des anstrengenden Programms darum, ihre mentale und physische Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen. „In Bayreuth haben wir über weite Strecken zu langsam gespielt und auch unsere Systeme nicht so umgesetzt, wie es sein sollte“, sagt Foucart.