Veilchen bringen Bamberg in Bedrängnis

Bennet Hundt (rechts) und die Veilchen hielten mit dem Favoriten aus Bamberg lange mit. Bild: Daniel Löb

3. November 2019 – Die BG Göttingen hat sich beim Favoriten Brose Bamberg teuer verkauft. Am Sonntagnachmittag brachte die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers die Franken zwar in Bedrängnis, musste sich am Ende aber 82:89 (44:51) geschlagen geben. Nach dem ersten Abschnitt vor 5.601 Zuschauer in der BROSE ARENA sah es so aus, als ob es für die Gastgeber eine deutliche Angelegenheit werden würde (17:29). Aber die Gäste aus Göttingen zeigten erneut ihr Kämpferherz, entschieden sowohl den zweiten, als auch den dritten Abschnitt für sich und gingen mit nur zwei Zählern Rückstand ins Schlussviertel (64:66). Im letzten Abschnitt setzte sich dann aber die höhere Qualität des easyCredit Basketball-Bundesligisten aus Bamberg durch. Bester Veilchen-Werfer war Kyan Anderson mit 19 Punkten. Für Bamberg traf Tre McLean am häufigsten (ebenfalls 19 Zähler).

Die Veilchen starteten mutig in die Partie und schafften es, das Duell mit dem Favoriten bis zur 4. Minute eng zu halten (9:11). Doch dann nutzten die Bamberger immer mehr ihre Überlegenheit unter den Körben aus und zogen durch einen 0:10-Lauf auf 9:21 davon (7.). Terry Allen beendet die korblose Göttinger Zeit durch seinen Dreier zum 12:21, aber Topscorer McLean antwortete sofort zum 12:24 (8.). Bei diesem Zwölf-Punkte-Rückstand blieb es zum Viertelende (17:29).

Zwar baute Retin Obasohan die Gastgeber-Führung gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts auf 14 Zähler aus, doch die BG gab sich nicht auf und kämpfte. Roijakkers schickte nun eine deutlich kleinere Aufstellung aufs Parkett, die ihre Schnelligkeit ausnutze. Angeführt von Anderson verkürzten die Gäste den Rückstand Stück für Stück. Dominic Lockhart schloss den 13:2-Lauf per Dreier zum 30:33 ab (14.). Die Franken verschafften sich durch einen 0:7-Lauf wieder ein wenig Luft, doch Anderson und Allen hielten die Veilchen im Spiel (35:40/16.). Kurz vor der Halbzeitpause kamen die Göttinger durch drei Anderson-Freiwürfe sogar auf 44:48 heran – in die Kabine gingen sie mit einem 44:51-Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Mannschaft von Bambergs Headcoach Roel Moors wieder etwas souveräner und ging erneut zweistellig in Front (46:57/25.). Die Roijakkers-Truppe hatte nun Probleme im Angriff und mühte sich in den nächsten Minuten vergeblich, wieder näher an den Gegner heranzukommen (48:61/27.). Doch auch die Hausherren offenbarten immer wieder Schwächephasen, die die Südniedersachsen ausnutzten. Durch einen 9:0-Lauf, den Elias Lasisi per Dreier zum 61:64 abschloss, zwang die BG Moors zu einer Auszeit. Aber diese stoppte die Angriffswelle der Veilchen zunächst nicht, denn Lasisi glich erneut per Dreier zum 64:64 aus (30.). Erst Obasohan sorgte dafür, dass sein Team mit einer knappen Führung ins Schlussviertel ging (64:66).

Im letzten Abschnitt blieb die Partie weiterhin eng. Anderson glich zweimal hintereinander aus (68:68/32.), Bennet Hundt brachte die Veilchen nach Vier-Punkte-Rückstand durch seinen Dreier wieder auf 71:72 heran (33.). Die fränkischen Hausherren schafften es nicht, die BG zu stoppen, sodass die Göttinger weiterhin dranblieben (75:76/37.). Dann gelang den Bambergern aber ein entscheidender 0:8-Lauf, den Christian Sengfelder per Dreier zum 75:84 abschloss (39.). In der letzten Minute brachten Lasisi und Anderson die Veilchen noch einmal auf 80:86 und 82:87 heran, aber die Zeit reichte nicht mehr aus, um den Bamberger Sieg in Gefahr zu bringen.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Bamberg hat verdient gewonnen, aber ich bin froh über unsere Leistung, auch wenn ich natürlich gerne gewonnen hätte. Wir haben ein kleines Team und konnten physisch nicht dagegenhalten. Aber wir haben uns zusammengerauft und zurück ins Spiel gekämpft. Das ist alles, was ich von meiner Mannschaft erwarten kann.“

Roel Moors (Headcoach Brose Bamberg): „Ich freue mich über den Sieg. Wir haben uns gut vorbereitet und wissen, dass Göttingen besser ist, als der Tabellenstand aussagt – unterschätzt haben wir sie auf jeden Fall nicht. Wir müssen noch lernen, ein komplettes Spiel auf gutem Level zu agieren und nicht vier Minuten gut und zwei Minuten schlecht. Das müssen wir ändern, und die 18 Ballverluste sind natürlich zu viel. Auf der anderen Seite haben wir 25 Assists verbucht und den Ball teilweise im Angriff gut bewegt.“

Brose Bamberg – BG Göttingen 89:82 (51:44)
Die Viertel im Überblick: 29:17, 22:27, 15:20, 23:18
Zuschauer: 5.601
BG Göttingen: Lockhart (10 Punkte/2 Dreier, 6 Rebounds), Anderson (19/2, 9 Assists), Lasisi (8/2), Kramer (4), Omuvwie, Carter (2), Andric (9/1), Mönninghoff (3), Osetkowski (11/1), Allen (9/1), Hundt (7/1).
Brose Bamberg: Lee (6 Punkte/1 Dreier, 5 Assists), Weidemann (3/1), K. Taylor (7/1), Stuckey (4), McLean (19/4), Olinde (5/1), Harris (6), Obasohan (8), Carrera (4), Sengelder (16/1), B. Taylor (1), Marei (10, 9 Rebounds).