Veilchen empfangen treffsichere Ulmer

Für Dennis Kramer (links) und die Veilchen gibt es am Sonntag ein Wiedersehen mit Ex-BG-Center Dylan Osetkowski. Bild: Ulf Duda

14. Januar 2021 – Nach fast vier Wochen darf die BG Göttingen endlich einmal wieder in der heimischen Sparkassen-Arena antreten. Das Team von BG-Headcoach Roel Moors empfängt am Sonntag, 17. Januar, ab 18 Uhr ratiopharm ulm (live auf MagentaSport). Die Schwaben befinden sich ähnlich wie die Veilchen in einer sportlich nicht ganz einfachen Phase – allerdings auf deutlich höherem Niveau. Die Mannschaft von Ulms Headcoach Jaka Lakovic ist aus dem EuroCup ausgeschieden und hat fünf der vergangenen sechs easyCredit Basketball Bundesliga-Partien verloren. Vier dieser Niederlagen wurden dem Tabellensiebten allerdings auch von den ersten vier Teams in der easyCredit BBL-Tabelle – Berlin, Oldenburg, Crailsheim und Ludwigsburg – zugefügt. „Ulm hat ein paar sehr enge Partien gespielt, die sie erst in den letzten Minuten verloren haben. Sie hätten diese Spiele auch gewinnen können“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab. „Die easyCredit BBL ist eine sehr starke Liga – es kann bei vielen Teams in beide Richtungen gehen.“

Zudem fehlt den Süddeutschen seit Ende des Jahres in John Petrucelli ein Leistungsträger aufgrund von Rückenbeschwerden. Der US-Guard gehört zu den fünf Akteuren, denen Lakovic pro Partie durchschnittlich mehr als 20 Minuten Spielzeit gewährt. Effizientester Ulmer Spieler ist Ex-Veilchen Dylan Osetkowski. Der US-Center mit deutschem Pass ist Topscorer (15,0 Punkte pro Spiel) und bester Rebounder (5,7) seines Teams. Zweistellig punkten zudem Nationalspieler Andreas Obst (13,5) und US-Guard Troy Caupain (12,2), der die meisten Assists gibt (3,4). Patrick Heckmann komplettiert das Quintett mit der meisten Spielzeit (rund 21 Minuten pro Partie). „Ulm hat viele offensive Waffen. Sie können nach innen gehen, haben aber auch einige sehr gute Werfer. Ulm ist offensiv und defensiv sehr ausgeglichen – das ist ihre größte Stärke“, so der Veilchen-Assistenztrainer.

Aufgrund ihrer guten Werfer gehören die Ulmer zu den treffsichersten Mannschaften von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Rund 40 Prozent der Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Marke versenkt die Lakovic-Truppe – nur Chemnitz und Oldenburg (beide 41 Prozent) sind einen Hauch besser. Insbesondere Caupain (49 Prozent Dreier-Trefferquote) und Obst (46 Prozent) werfen den Ball lieber von außen auf den Korb. Insgesamt nehmen die Baden-Württemberger allerdings die wenigsten Würfe aller easyCredit BBL-Teams pro Spiel (57) und treffen auch nur die drittwenigsten (27). „Ulm versucht Teile des Spiels zu verlangsamen“, erklärt Crab. „Sie nehmen aber auch so wenig Würfe, weil sie so oft an die Freiwurflinie gehen. Denn Freiwürfe bedeuten immer auch, dass man den Wurf nicht genommen hat.“

Und an der Freiwurflinie sind die Ulmer Spitze. Rund ein Viertel ihrer Punkte (20,5) erzielen Osetkowski und Co. von der „Foullinie“ – so viel wie keine andere Mannschaft. „Sie haben in Osetkowski und Caupain, aber auch in Thomas Klepeisz und Obst einige Spieler, die sehr gut darin sind, Fouls zu ziehen und an die Linie zu gehen“, sagt Crab. Und weil Ulms Freiwurfquote ebenfalls zu den besten gehört (85 Prozent), sollten die Göttinger nicht versuchen, ihren Gegner mit Fouls zu stoppen. „Zuerst müssen wir uns aber auf uns selbst konzentrieren und unseren offensiven und defensive Rhythmus wiederfinden“, so der Belgier. „Aber es ist auch klar, dass wir die Ulmer Offensive limitieren müssen.“