Veilchen holen beim MBC ersten Saisonsieg

Dennis Kramer knüpfte in Weißenfels an seine gute Leistung aus dem Bonn-Spiel an und erzielte 18 Punkte. Bild: Swen Pförtner

3. Oktober 2018 – Die BG Göttingen hat im zweiten Spiel der neuen easyCredit Basketball Bundesliga-Saison ihren ersten Sieg geholt. Am Mittwochabend gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers beim Mitteldeutschen BC deutlich 105:63 (46:34). Vor 2.400 Zuschauern in der Stadthalle Weißenfels erwischten die Gäste aus Südniedersaschen einen holprigen Start und leisteten sich immer wieder unnötige Ballverluste sowie Patzer in der Verteidigung. Nach der Pause drehten die Veilchen auf, legten sowohl in der Offensive und in der Defensive zu und gewannen den dritten Abschnitt 29:9. Die dezimierten und dadurch überforderten Weißenfelser hatten nun keine Chance mehr, sodass die BG die Partie souverän zuende brachte. Bester Göttinger Werfer war Penny Williams mit 21 Punkten. Für den MBC traf Lee Moore am häufigsten, der alle sein 17 Zähler in der ersten Halbzeit erzielte.

Die Veilchen und die Wölfe schenkten sich im ersten Viertel nichts und nutzen jeweils die Fehler des anderen aus, um zu punkten. Nach einem Dreier von Weißenfels’ Lee Moore zum 8:10 starteten die Göttinger einen kleinen Lauf, den Williams durch ein Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf) zum 17:12 abschloss (10.). Zum Viertelende ließ die Konzentration der Gäste aber wieder nach, sodass die Hausherren auf 17:15 verkürzten.

Den Start in den zweiten Abschnitt verschliefen die Veilchen komplett (19:22/12.), sodass Roijakkers sein Team nach nicht einmal zwei Minuten in einer Auszeit zusammenrief. Diese zeigte Wirkung, denn ab da spielte die BG wieder mit mehr Energie. Zwei Dreier vom Ex-Wolf Stephan Haukohl zum 27:22 ließen die mitgereisten Göttinger Fans jubeln und MBC-Headcoach Aleksandar Scepanovic eine Auszeit nehmen. Diese zeigte allerdings keine Wirkung, denn die Roijakkers-Truppe spielte munter weiter. Ein Drei-Punkte-Spiel von Dominic Lockhart schloss den 16:2-Lauf ab (35:24/17.). Dann leisteten sich die Veilchen erneut eine schlechtere Phase, sodass der Gegner wieder etwas herankam (41:34/19.). Den Schlusspunkt vor der Halbzeitpause setzte allerdings Mathis Mönninghoff, der einen schlechten Pass doch noch abfing und kurz vor der Sirene von der Drei-Punkte-Linie auf den Korb warf – und zum 46:34-Pausenstand traf.

Die Göttinger starteten furios ins dritte Viertel. Einen 9:0-Lauf schloss Haukohl per Dunk zum 55:34 ab und zwang Scepanovic zu einer schnellen Auszeit (22.). Zwar punktete gleich im Anschluss MBC-Aufbauspieler Trevor Releford, aber die BG ließ sich davon nicht beeindrucken. Ein erneuter Mönninghoff-Dreier und ein Treffer von Dennis Kramer sorgten für die 65:38-Führung (27.). Die Wölfe versuchten sich zu wehren, jedoch war die Partie nach diesem Abschnitt so gut wie entschieden. Die Göttinger beendeten das Viertel mit einem 6:0-Lauf zum 75:43.

Im Schlussabschnitt änderte sich nicht viel. Die Gastgeber bemühten sich vergeblich und konnten nur zuschauen, wie der Rückstand immer größer wurde. Den Veilchen glückte nun fast alles – ob Alley-Oop-Anspiel, Dreier oder ein Michael Stockton, der die Gegenspieler wie Slalomstangen umkurvte. Dem Kapitän, der in der ersten Hälfte aufgrund von Foul-Problemen nur wenig Einsatzzeit bekam, war es dann auch vorbehalten, die 100 Punkte voll zu machen: Der US-Guard traf von außen zum 101:59 (39.). Bei diesem 42-Punkte-Vorsprung blieb es dann auch am Ende.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich weiß, wie schwer es ist, ohne Big Men zu spielen. Das hatten wir in der vergangenen Saison, als wir ohne Dennis Kramer und Darius Carter gestartet sind und später dann noch einmal vier Monate auf Carter verzichten mussten. Das ist sehr schwierig für den MBC, weshalb der Sieg glücklich für uns war. Aber er war auch sehr wichtig für den direkten Vergleich. Der MBC hat eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und ist dann im dritten Viertel eingebrochen. Ich kenne das aus der vergangenen Saison – das ist normal, wenn man nicht genug Spieler hat.“

Aleksandar Scepanovic (Headcoach Mitteldeutscher BC): „Unsere Situation ist hart, aber nach dieser Niederlage weiß ich nicht, was ich sagen soll. Es ist wahrscheinlich eine der höchsten Niederlagen, die wir je vor eigenem Publikum erlitten haben. Wenn bei uns alle Spieler gesund sind, dann ist es schon schwer, in der Liga zu bleiben. Wir müssen jeden Tag kämpfen. Der Plan war – vor unseren Fans – zu kämpfen. Aber Göttingen war in jeder Statistik besser als wir. Sogar bei den Fouls. Wir haben nicht gekämpft. Ich entschuldige mich bei den Fans, die dafür bezahlt haben, um dann so eine Leistung zu sehen.“

Mitteldeutscher BC – BG Göttingen 63:105 (34:46)

Zuschauer: 2.400

Die Viertel im Überblick: 15:17, 19:29, 9:29, 20:30

BG Göttingen: Coggins, Lockhart (11 Punkte, 7 Assists), Albrecht (n.e.), Kramer (18/2 Dreier, 6 Rebounds), Williams (21/2), Carter (10), Andric (12), Mönninghoff (10/2), Stockton (10/2), Willis, Haukohl (11/3), Grüttner Bacoul (2).

Mitteldeutscher BC: Moore (17 Punkte/3 Dreier), Stankevicius (5/1), Brembly (9), Kerusch (5/1, 5 Rebounds), Viglianisi (2), Zylka, Gille (n.e.), Releford (14/1), Peter-McNeilly (3), Brase (4), Pechacek (4), Turudic (3 Assists).