Veilchen können mit Crailsheim nicht mithalten

Luke Nelsons 22 Punkte konnten die Niederlage gegen Crailsheim nicht verhindern.

14. Februar 2021 – Die BG Göttingen hat auch gegen den zweiten Favoriten innerhalb von drei Tagen verloren. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors musste sich am Sonntagabend den HAKRO Merlins Crailsheim 81:109 (36:48) geschlagen geben. Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Die Göttinger leisteten sich bereits im ersten Abschnitt zu viele unnötige Ballverluste, blieben zunächst aber an den Gästen dran. Im weiteren Verlauf nutzten die Merlins ihre Vorteile aber immer besser aus und zogen davon. Doch die Hausherren kämpften und hielten phasenweise mit dem Tabellendritten mit, sodass sie den Rückstand im dritten Viertel auf sieben Zähler schrumpfen ließen. Doch die Süddeutschen behielten die Nerven und gewannen am Ende souverän. Bester Veilchen-Werfer war Luke Nelson mit 22 Punkten. Für Crailsheim traf Bogdan Radosavljevic am häufigsten (28 Zähler).

Die Veilchen starteten wechselhaft in die Partie. Rihards Lomazs brachte die Gastgeber 5:2 in Front, doch die BG leistete sich wie schon gegen Ulm zu viele Ballverluste und sorgte so dafür, dass Crailsheim im Spiel blieb. Nach einem 0:8-Lauf der Gäste, den Ex-Veilchen Elias Lasisi zum 7:12 abschloss, glichen Aubrey Dawkins und Tai Odiase zum 12:12 aus (6.). Die Partie blieb zunächst eng (14:16/7.), aber die BG-Offensive geriet allmählich ins Stocken. Bis zum Viertelende zogen die Merlins so auf 16:26 davon.

Im zweiten Abschnitt wurde es bei den Göttingern nicht besser. Erst nach mehr als zwei Minuten und einer Moors-Auszeit gelangen der BG die ersten Zähler des Viertels – Nelson traf zum 18:35 (13.). Phasenweise lief es dann gut für die Hausherren, sodass erneut Nelson und Dawkins Merlins-Headcoach Tuomas Iisalo durch ihre Punkte zum 25:37 zu einer Auszeit zwangen. Die Gastgeber bemühten sich und kämpften sich immer wieder etwas näher an die Crailsheimer heran – durch fünf Nelson-Zähler in Folge zum 30:41 (18.). Aber die Süddeutschen hatten immer eine passende Antwort, sodass die Göttinger mit einem 36:48-Rückstand in die Halbzeitpause gingen.

Nach dem Seitenwechsel tat sich die Moors-Truppe erneut schwer. Oft waren es nur Kleinigkeiten, die dazu führten, dass die Merlins die Oberhand behielten. Einen Dreier von Jeremy Jones konterte Nelson zum 43:55 (24.), doch unter den Körben waren die „Zauberer“ überlegen und zwangen Moors zu seiner nächsten Auszeit (44:59/24.). Danach fasste sich das Team des Belgiers wieder ein Herz, spielte mit mehr Selbstvertrauen und traf angeführt von Dawkins wichtige Würfe. Der US-Forward verkürzte durch seinen Dreier auf 52:62 und brachte sein Team durch vier weitere Punkte auf 58:67 heran – Iisalo nahm jetzt die Auszeit (28.). Aber die Veilchen waren kaum zu stoppen – Dawkins versenkte den Ball nach Anspiel von Harper Kamp krachend zum 60:67 (29.). Lasisi holten die Göttinger durch seinen Dreier zum 60:70 wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Zwar traf Deishuan Booker ebenfalls von außen zum 65:73 – doch ein 0:4-Lauf zum Viertelende ließ Crailsheim wieder durchatmen (65:78).

Zum Auftakt des Schlussviertels antwortete Nelson auf einen Lasisi-Dreier zum 68:81 (31.). Erneut waren es Kleinigkeiten, die dafür sorgten, dass die Veilchen sich nicht noch näher an den Gegner heranarbeiteten. Nach Mathis Mönninghoffs Dreier zum 73:85 konnte auch eine Moors-Auszeit nicht verhindern, dass die Gäste ihren Vorsprung wieder auf 73:91 ausbauten (34.). Lomazs beendete den Merlins-Lauf (75:91), leistete sich aber kurz darauf sein viertes und fünftes Foul und musste die restlichen rund fünf Minuten von der Bank aus zuschauen (35.). Bei den Veilchen war der Widerstand nun gebrochen. In der Verteidigung kamen die Moors-Jungs meistens einen Schritt zu spät, und die Gäste blieben treffsicher von außen. So wuchs der Rückstand bis zur 37. Minute auf 21 Punkte an (77:98) – zwei Lasisi-Dreier zum 79:106 besiegelten die Niederlage endgültig.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich glaube, dass wir alles, wofür wir wochenlang gearbeitet haben, innerhalb weniger Tage vergessen haben. Natürlich wissen wir, dass Ulm und Crailsheim beide sehr gute Mannschaften sind. Aber ich finde, dass wir es dem Gegner zweimal doch ein bisschen zu einfach gemacht haben.“

Tuomas Iisalo (Headcoach HAKRO Merlins Crailsheim): „Glückwunsch an meine Spieler. Das war das vierte Spiel in acht Tagen. Wir haben durch die Verletzungen von Nimrod Hilliard und Maurice Stuckey heute mit einer Zwei-Guard-Rotation gespielt. Das war eine schwierige Aufgabe. Ich bin sehr stolz darauf, wie wir mit dieser Situation umgegangen sind und dass wir so eine Klasse-Leistung gegen eine gute und talentierte Göttinger Mannschaft gezeigt haben. Die Spieler haben die kleine Pause jetzt komplett verdient.“

BG Göttingen – HAKRO Merlins Crailsheim 81:109 (36:48)
Die Viertel im Überblick: 16:26, 20:22, 29:30, 16:31
BG Göttingen: Booker (7 Punkte/1 Dreier, 6 Assists), Weidemann (n.e.), Nelson (22/4), Vargas, Onwuegbuzie (1), Kramer (2), Omuvwie (1), Lomazs (10/1), Mönninghoff (7/1), Kamp (6, 6 Assists), Odiase (5), Dawkins (20/3, 6 Rebounds).
HAKRO Merlins Crailsheim: Bell-Haynes (16 Punkte/1 Dreier, 8 Assists), A. Kovacevic, Lasisi (20/4), Highsmith (14/2), Bleck (5), Caisin (3/1), Radosavljevic (28, 10 Rebounds), McNeace (7), D. Kovacevic, Jones (16/4).