Veilchen reicht eine starke Halbzeit zum Sieg

Kyan Anderson führte die Veilchen mit 26 Punkten zum Sieg. Bild: Matthias Klar

1. Februar 2020 – Die BG Göttingen ist mit einem Sieg in die Rückrunde der easyCredit Basketball Bundesliga-Saison 2019/20 gestartet. Am Samstagabend gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen den SYNTAINICS MBC 107:95 (62:45). Die 3.447 Zuschauer in der ausverkauften Sparkassen-Arena sahen ein Offensiv-Feuerwerk beider Teams. Die Hausherren führten zwischendurch sogar mit 24 Punkten Vorsprung (85:61/27.), doch gegen eine der besten Offensiv-Mannschaften der Liga schmolz dieser auch schnell wieder dahin. Am Ende behielten die Göttinger die Nerven und verteidigten den Erfolg. Bester Veilchen-Werfer war Kyan Anderson mit 26 Punkten. Für Weißenfels traf Kaza Kajami-Keane am häufigsten (19 Zähler).

Die Veilchen, die auf Marvin Omuvwie (Bänderriss) verzichten mussten, starteten mit viel Offensiv-Kraft in die Partie und gingen durch drei Dreier in Folge von Anderson (2) und Alex Ruoff 14:5 in Front (4). Wölfe-Headcoach Björn Harmsen rief sein Team daraufhin in einer Auszeit zusammen, aber auch danach lief es für die Gäste zunächst nicht deutlich besser. Die Hausherren blieben treffsicher von der Dreier-Linie und bauten ihren Vorsprung immer weiter aus. Anderson netzten den siebten BG-Dreier zum 25:9 in der 6. Minute ein und zwang Harmsen zu seiner nächsten Auszeit. Diese wirkte besser als die erste, denn die Weißenfelser ließen einen 0:8-Lauf zum 25:17 folgen, sodass Roijakkers die Auszeit nahm (9.). Zur Viertelpause bauten die Göttinger ihren Vorsprung wieder etwas aus (30:20).

In den zweiten Abschnitt starteten die Veilchen mit zwei Dunks von Dennis Kramer zum 34:20. Doch auch die Wölfe waren nun besser im Angriff und verkürzten auf 34:23 (12.). Beide Teams schlossen ihre Angriffe ab, sodass sich am Abstand nicht viel änderte (38:28/13.). Nach einem Korberfolg von Mihajlo Andric, der dabei unsportlich von Sergio Kerusch gefoult wurde, zogen die Gastgeber wieder etwas davon (43:28/14.). Ihre kurze Schwächephase hatten die Göttinger dann aber erst einmal überwunden und bauten ihren Vorsprung nun immer weiter aus. In der 17. Minute traf Anderson seinen vierten und insgesamt den zwölften BG-Dreier zum 59:37. Zum Viertelende wurden die Veilchen etwas nachlässiger, sodass die Weißenfelser auf 62:45 verkürzten.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber zunächst etwas Sand in Offensiv-Getriebe. Es dauerte aber nicht lange, bis sie diesen abschüttelten und durch einen 7:0-Lauf den höchsten Abstand wieder herstellten (69:47/23.). Die Veilchen ließen nicht nach und erhöhten durch einen Dreier von Dominic Lockhart auf 75:52 (25.). Die Wölfe bemühten sich zwar, den Rückstand zu verringern, waren damit ab zunächst nur mäßig erfolgreich (85:61/27.). Doch dann fühlte sich die BG zu sicher und verteidigte nicht mehr mit ausreichend Energie. Die Harmsen-Truppe nutzte dies aus, um sich auf 85:70 heranzukämpfen (30.). Ins Schlussviertel gingen die Veilchen mit einem 89:72-Vorsprung.

Im letzten Abschnitt machte Tremmell Darden den Gästen aus Mitteldeutschland mit seinen vier Punkten in Folge zum 89:76 Hoffnung (32.). Lockhart und Anderson konterten durch je einen Dreier zum 92:76 und 95:78 und verschafften den Göttingern erst einmal wieder ein bisschen Luft (34.). Allerdings hörten die Wölfe noch lange nicht auf zu kämpfen. In der 35. Minute verkürzten die Gäste auf 95:83 und zwangen Roijakkers zu einer Auszeit. Die Weißenfelser hatten nur mehrfach die Gelegenheit, noch weiter heranzukommen, vergaben aber diverse Chancen. Weil die Roijakkers-Truppe im Gegenzug aber auch nicht mehr traf, schafften es die Wölfe dann doch auf 99:91 zu verkürzen (40.). Die Mitteldeutschen versuchten die Göttinger durch Fouls zu stoppen, foulten Anderson aber so unsportlich, dass dieser mit einer Verletzung im Gesicht 33 Sekunden vor dem Ende ausgewechselt werden musste (100:91). Die Gäste gaben sich noch immer nicht geschlagen und trafen 17 Sekunden vor dem Ende zum 101:95. Dann verhängten die Schiedsrichter aber ein technisches Foul, weil Weißenfels vor dem Einwurf gefoult hatte. Den Freiwurf und anschließenden Ballbesitzt nutzten die Veilchen, um den Sieg endgültig zu sichern.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt und sind mit sehr viel Energie rausgekommen. Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel ist, um in der Liga zu bleiben und den direkten Vergleich gegen Weißenfels zu sichern. In der zweiten Halbzeit sind wir auch gut herausgekommen, aber im vierten Viertel haben wir einen der schlechtesten Basketbälle gespielt, die ich je gesehen habe. Wir haben so viele Fehler gemacht, hatten so viele Ballverluste. Am Ende haben wir dann aber wieder die Big Plays gemacht und unsere Freiwürfe getroffen. Unsere deutschen Spieler – Dennis Kramer, Dominic Lockhart, Bennet Hundt und auch Mathis Mönninghoff am Ende mit seinem Dreier – waren heute sehr wichtig für uns. Ein großes Lob gilt unserer medizinischen Abteilung, die Alex Ruoff und Kyan Anderson für das Spiel heute fit bekommen haben.“

Björn Harmsen (SYNTAINICS MBC): „Göttingen hat am Anfang des Spiels alles reingeworfen, was man reinwerfen konnte. Es war zu erwarten, dass die Energie und der Fluss bei den Göttingern besser sind, weil sie am vergangenen Wochenende hoch gegen Ulm verloren haben, wir hingegen frei hatten. Am Anfang war es ähnlich wie im Hinspiel, mit dem Unterschied, dass Göttingen im Hinspiel nicht getroffen hat. Wir haben heute zwar fast doppelt so viele Punkte in der Zone gemacht, aber Göttingen hat 17 von 31 Dreiern getroffen. Am Ende haben wir es dann noch einmal mit einer kleinen Aufstellung versucht und hätten auch eine Chance gehabt, das Momentum auf unsere Seite zu holen, wenn wir dann die freien Dreier getroffen hätten. Dann hätte es noch einmal eng werden können.“

BG Göttingen – SYNTAINICS MBC 107:95 (62:45)
Die Viertel im Überblick: 30:20, 32:25, 27:27, 18:23
Zuschauer: 3.447 (ausverkauft)
BG Göttingen: Lockhart (23 Punkte/6 Dreier), Anderson (26/5), Lasisi (2), Ruoff (8/2, 7 Assists), Kramer (14), Andric (11/2), Mönninghoff (3/1), Waleskowski (n.e.), Osetkowski (6, 14 Rebounds), Allen (7/1), Hundt (7), Bryant (n.e.).
SYNTAINICS MBC: Micovic (10 Punkte/2 Dreier), Brembly (2), Kerusch, Zylka (5/1), Novak (17/2, 8 Assists), Darden (18), Warren (14/3), Dorsey (10, 7 Rebounds), Kajami-Keane (19/2), Okao (n.e.).