Veilchen reisen zu tief besetzten Bambergern

Mihajlo Andric (links mit Bambergs Maurice Stuckey) und die Veilchen haben in Bamberg noch nie gewonnen. Archivbild: Swen Pförtner

31. Oktober 2019 – Der engagierte Auftritt der BG Göttingen gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg hat gezeigt, dass die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers auf einem guten Weg ist. Der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen überzeugte vor allem in der Defensive. Eine gute Verteidigung benötigen die Veilchen auch am kommenden Wochenende, denn am Sonntag, 3. November, ist die BG bei Brose Bamberg zu Gast (15 Uhr, BROSE ARENA, live auf MagentaSport). Die Bamberger weisen die beste Feldwurfquote aller easyCredit BBL-Teams auf (rund 54 Prozent) und erzielen damit rund 89 Punkte pro Spiel. „Im Bamberger Kader sind alle Spieler gefährlich“, sagt BG-Co-Trainer Hylke van der Zweep. „Das Team kann von allen Positionen aus punkten, auch von der Bank. Es ist eine sehr komplette und tief besetzte Mannschaft.“

In Bamberg gab es nach der vergangenen Saison einen radikalen Umbruch. Der neue Headcoach Roel Moors kam im Sommer aus Antwerpen an die Regnitz und krempelte den Kader um – nur Elias Harris, Bryce Taylor, Maurice Stuckey und Louis Olinde blieben den Franken erhalten. Aus Antwerpen brachte Moors seinen Aufbauspieler Paris Lee mit nach Bamberg – der 24-jährige US-Guard steht im Schnitt die längste Zeit auf dem Parkett (rund 29 Minuten pro Partie) und gibt die meisten direkten Korbvorlagen (8,0 Assists pro Spiel). „Er ist blitzschnell und der verlängerte Arm des Trainers auf dem Parkett“, erläutert van der Zweep.

Bambergs belgischer Cheftrainer setzte bei seinen Neuzugängen aber auch darauf, dass sie über Erfahrung in der deutschen Liga verfügen. So holte er Kameron Taylor (Stationen in Würzburg und Bonn/Rhöndorf), Assem Marei (Bayreuth), Christian Sengfelder (Braunschweig) und Retin Obasohan (Gotha). Kameron Taylor ist mit durchschnittlich 14,4 Punkten pro Spiel Bambergs bester Scorer, gefolgt vom ägyptischen Center Marei (12,2) und dem deutschen Forward Harris (10,0). „Kameron Taylor ist ein Scorer, der alles kann. Er ist athletisch, kräftig, kann werfen, kann zum Korb ziehen, kann aufposten – einfach ein sehr kompletter Spieler“, so van der Zweep. Die meisten Rebounds (im Schnitt 7,6 pro Spiel) holt Olinde – Sohn der Göttinger Basketball-Legende Wilbert Olinde. Marei kommt auf durchschnittlich 6,2 Rebounds pro Spiel. Neu im Team sind auch der venezolanische Forward Michael Carrera und der US-Forward Tre McLean.

Während die Bamberger in der heimischen Liga bei vier Siegen erst eine (knappe) Niederlage gegen Euroleague-Vertreter ALBA BERLIN hinnehmen mussten und momentan den vierten Tabellenplatz belegen, lief es in der Basketball Champions League noch nicht ganz optimal für die Franken. In der Gruppe C verlor der deutsche Vertreter seine ersten beiden Spiele, gewann aber am Mittwoch bei Gaziantep (Türkei) 66:76 und hält somit Anschluss an die ersten vier Tabellenplätze, die zur Teilnahme an den Playoffs berechtigen.

Eine weiße Weste haben die Franken hingegen in der Heimbilanz gegen die Veilchen. In ihrer Erstliga-Historie ist es den Göttingern bei 14 Versuchen noch nie gelungen, in Bamberg zu gewinnen. „Um zu gewinnen, muss jeder Spieler in unserem Team guten Basketball spielen“, sagt van der Zweep. „Wir brauchen unser ganzes Team, sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive.“