Matthis Mönninghoff erzielte in seinem 350. BBL-Spiel zwei Dreier. Bild: Swen Pförtner

7. Oktober 2023 - Die BG Göttingen ist mit einem Krimi in die easyCredit BBL-Saison gestartet. Die Mannschaft von BG-Headcoach Olivier Foucart kämpfte sich Samstagabend gegen die HAKRO Merlins Crailsheim nach zweifacher Verlängerung zu einem 110:104 (99:99, 90:90, 39:44)-Sieg. Vor 3.013 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena zeigten die Hausherren ein furioses erstes Viertel, ließen sich dann aber von der Crailsheimer Defense beeindrucken. Die Gäste eroberten im zweiten Viertel die Führung und gaben diese nur einmal kurz zu Beginn des letzten Viertels ab. Karlis Silins rettete die Gastgeber durch einen Dreier in die Verlängerung. Erst weiter zehn Minuten später war ein Sieger gefunden – die Göttinger hatten das nötige Quäntchen Glück. Bester Veilchen-Aktuer war Bodie Hume mit einem Double-Double (30 Punkte/10 Rebounds). Für Crailsheim traf Léo Westermann am häufigsten (24 Punkte).

Die Veilchen, bei denen Harper Kamp (Knie) nicht mitwirken konnte, starteten mit Energie in die Partie und gingen durch Grant Anticevich erstmals 4:2 in Front (2.). Aber auch die Gäste aus Süddeutschland fanden schnell ihren Rhythmus und hielten angeführt von ihrem Neuzugang Westermann und Galin Smith dagegen (6:8/4.). Mit guten Defensivaktionen und Selbstvertrauen in der Offensive holten die Göttinger die Führung zurück und bauten diese durch einen 20:1-Lauf aus, den Mathis Mönninghoff in seinem 350. BBL-Spiel per Dreier zum 26:9 abschloss (9.). Zum Viertelende leisteten sich die Hausherren einige unnötige Fehler und ließen Crailsheim zurück ins Spiel kommen (26:17).

Zu Beginn des zweiten Abschnitts zeigten sich die Merlins treffsicher und glichen zum 26:26 aus (12.). Beide Teams bewegten sich nun wieder auf Augenhöhe – die BG hatte Schwierigkeiten gegen die intensivere Crailsheimer Verteidigung und geriet in Rückstand (29:35/16.). Nach einer Foucart-Auszeit lief es in der Veilchen-Verteidigung wieder etwas besser; Anticevich beendete die Göttinger Durststrecke durch einen Dreier zum 32:35 (17.). Umoja Gibson legte zum 34:35 nach und hielt den Abstand durch einen Dreier zum 39:41 gering. Vor der Pause traf Westermann noch drei Freiwürfe zum 39:44.

Nach dem Seitenwechsel verkürzte Anticevich gleich durch einen Dreier auf 42:44. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Die Veilchen kämpften und kamen durch Karlis Silins auf 45:46 heran, doch Westermann konterte zum 45:49 (25.). Nachdem Deondre Burns zum 47:51 verkürzte, gaben die Schiedsrichter dem US-Guard im folgenden Angriff ein Offensiv-Foul und im Anschluss gleich ein technisches Foul, welches sein fünftes war. Foucart beschwerte sich darüber und erhielt ebenfalls ein technisches Foul (26.). Die Crailsheimer nutzen dies aus, um ihren Vorsprung auf 49:56 auszubauen (27.). Aber die Veilchen gaben nicht auf und kämpften sich auf 58:61 heran (29.). Doch die Merlins hatten eine Antwort und gingen mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung ins Schlussviertel (60:65).

Im letzten Abschnitt blieben die Göttinger ihrem Kontrahenten auf den Fersen. Dann bejubelten die enthusiastischen Zuschauer einen Hume-Dreier zum 69:69-Ausgleich (32.). Danach drehte Zach Ensminger auf. Der deutsche Guard erzielte zehn Punkte in Folge und riss das Publikum mit seinen Dreiern zum 79:73 von den Sitzen (35.). Die anschließende Auszeit von Merlins-Headcoach Nikola Markovic wirkte. Seine Mannschaft ließ einen 1:7-Lauf zum 80:80-Ausgleich folgen (36.). Die Crailsheimer hatten zum Schluss die besseren Karten und führten 36 Sekunden vor dem Ende 87:90, doch Silins glich zum 90:90 aus – Verlängerung.

Die Crailsheimer erarbeiteten sich in den ersten Minuten der Verlängerung leichte Vorteile und legten immer vor. Einen Westermann-Dreier konterte Hume zum 97:97. Auch nach den fünf Extra-Minuten war kein Sieger gefunden (99:99); es gab noch einmal fünf Minuten drauf. In der 48. Minute setzten sich die Veilchen erstmals wieder ein bisschen ab (105:101), sodass Markovic eine weitere Auszeit nahm. Im Anschluss daran punktete sein Team aber nicht; im Gegenzug traf Ensminger seinen dritten Dreier zum 108:101 (50.). Diesen Vorsprung ließen sich die Hausherren dann nicht mehr nehmen.

Olivier Foucart (Headcoach BG Göttingen): „Die Atmosphäre in der vollen Halle war großartig. Ich bin stolz auf meine Jungs, die niemals aufgegeben haben. Wir haben 50 Minuten lang gekämpft, und das ist sehr befriedigend. Das Spiel hätte in beide Richtungen ausgehen können, kleine Details haben den Ausschlag gegeben. Es ist toll, die Saison so begonnen zu haben, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Es ist nicht so, dass alles gut ist, wenn wir gewinnen. Aber es ist auch nicht so, dass alles schlecht ist, wenn wir verlieren.“

Nikola Markovic (Headcoach HAKRO Merlins Crailsheim): „Es war eine großartige Atmosphäre. Ehrlicherweise spiele ich immer sehr gerne hier in dieser Umgebung. Es ist eine echte Basketball-Atmosphäre, in der es nicht einfach ist zu gewinnen. Wir hatten unsere Chancen, aber am Ende hat Göttingen den Sieg verdient. Wir hätten es auch verdient, aber das ist einfach Basketball. Wir hatten zu viele Ballverluste. Im Spiel ging es die ganze Zeit hoch und runter. Einige Spieler haben großartige Leistungen gezeigt, aber Bodie Hume hat den größten Unterschied gemacht. Er war so vielseitig, hat seine 30 Punkte auf so viele unterschiedliche Arten erzielt. Wir müssen weiterarbeiten. Wir haben jetzt eine etwas größere Pause bis zum nächsten Spiel. Wir wollen von Tag zu Tag besser werden.“

BG Göttingen – HAKRO Merlins Crailsheim 110:104 (99:99, 90:90, 39:44)
Die Viertel im Überblick: 26:17, 13:27, 21:21, 30:25, 9:9, 11:5
Zuschauer: 3.013
BG Göttingen: Burns (8 Punkte), Ensminger (22/3 Dreier), Gibson (19/2, 9 Assists), Rich (6), Boakye, Hemschemeier (n.e.), Anticevich (8/2), Hume (30/7, 14 Rebounds), Hartwich, Mönninghoff (6/2), Zugic (1), Silins (10/1).
HAKRO Merlins Crailsheim: Cook (22 Punkte/4 Dreier), Stuckey (13/3), Baggette (2), Townes, Wulff (3/1), Oduro (2), Bleck (11/1), Kindzeka (5/1), Murray-Boyles (11/2, 8 Rebounds), Westermann (24/2, 9 Assists), Smith (11).

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