Veilchen schließen 2021 in Ulm ab und starten mit Derby ins neue Jahr

Das BG-Team um Mathis Mönninghoff (links mit Ulms Per Günter) trifft am Donnerstag auf EuroCup-erfahrene Ulmer. Bild: Harry Langer

29. Dezember 2021 – Vier Siege in Serie – die BG Göttingen hat zum Jahresabschluss noch einmal richtig Gas gegeben. Das Jahr 2021 endet für die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors aber mit einer schweren Aufgabe. Am morgigen Donnerstag, 30. Dezember, (18 Uhr, ratiopharm arena, live auf SPORT1 und bei MagentaSport) gastieren die Veilchen bei ratiopharm ulm, das ebenfalls vier Siege hintereinander und acht Saisonerfolge vorweisen kann. Zum Start ins neue Jahr steht dann gleich das Derby gegen die Basketball Löwen Braunschweig am Sonntag, 2. Januar, (15 Uhr, Sparkassen-Arena, live bei MagentaSport) auf dem easyCredit Basketball Bundesliga-Spielplan. Doch erst einmal gilt die Konzentration den Ulmern. „Ulm hat einen tief besetzten Kader, in dem jeder Spieler einen Unterschied machen kann“, sagt BG-Assistenztrainer Olivier Foucart. „Sie sind es gewohnt, zwei Partien pro Woche zu spielen – im Gegensatz zu uns.“

Der EuroCup-Teilnehmer aus Baden-Württemberg ist nach einem Kaderumbruch wechselhaft in die Saison gestartet. „Sie haben sehr viele verschiedene Spielsysteme, sodass es unmöglich ist, alles vorzubereiten“, analysiert Foucart. „Dadurch, dass sie auch am europäischen Wettbewerb teilnehmen, spielen sie sich schnell immer besser ein.“ So hat sich das Team von Ulms Headcoach Jaka Lakovic in den vergangenen Wochen immer mehr stabilisiert und sich durch vier Siege in Folge in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Am vergangenen Montag besiegten die Ulmer Heidelberg dank eines starken dritten Viertels 84:79. Drei Ulmer Akteure punkteten zweistellig: US-Guard Semaj Christon (16 Zähler), US-Forward Jaron Blossomgame und US-Guard Sindarius Thornwell (je 14). Christon gelangen zusätzlich 13 Assists, Blossomgame holte zehn Rebounds.

Die drei US-Amerikaner sind wichtige Leistungsträger der Süddeutschen – effizientester Ulmer ist allerdings der brasilianische Center Cristiano Felicio. Im Schnitt kommt der 122 Kilo schwere Ex-NBA-Spieler auf 12,2 Punkte und 9,8 Rebounds. Der Big Man ist bester Rebounder der Liga und hat somit großen Anteil daran, dass Ulm die meisten Rebounds aller easyCredit BBL-Teams pro Spiel einsammelt (37,3). Spitze sind die Ulmer auch bei den verwandelten Freiwürfen (16,3 pro Spiel) und den Treffern aus dem Zwei-Punkte-Bereich (22,2 pro Spiel). „Ulm ist sehr gefährlich beim Umschalten von Verteidigung auf Angriff und zieht aggressiv zum Korb“, so Foucart. „Wir müssen die Stärken der einzelnen Spieler kennen und versuchen, ihnen diese wegzunehmen. Allerdings geht es in erster Linie für uns darum, dass wir uns körperlich, aber vor allem auch mental vom schweren Spiel in Würzburg erholt haben.“

Nach der Partie gegen Ulm stehen dann auch an Silvester und Neujahr Trainingseinheiten für die Veilchen auf dem Plan, um sich auf das Derby gegen die Löwen aus Braunschweig vorzubereiten. Das ausgerechnet das Derby in die so genannte Weihnachtsruhe fällt, ist für die Fans beider Teams bedauerlich. Denn nur 500 Zuschauer dürfen die Partie live in der Sparkassen-Arena verfolgen. Die Regularien bleiben wie bisher: Es gilt die 2G+-Regel. Zugelassen sind nur geimpfte oder genesene Personen, die zusätzlich einen zertifizierten Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) vorlegen müssen. Personen, die bereits eine dritte (Booster-)Impfung erhalten haben, benötigen keinen Test. Nicht impffähige Personen sowie Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind von der 2G+-Regel ausgenommen. Da Abstände eingehalten werden müssen, müssen Dauerkarten-Besitzer sich für die Partie einen neuen Platz buchen; die Plastik-Dauerkarte hat keine Gültigkeit. In der gesamten Sparkassen-Arena gilt eine FFP2-Maskenpflicht, auch am Sitzplatz. Da die Anzahl der Dauerkarten-Besitzer die Zuschauer-Kapazität für das Derby übersteigt, gibt es keinen freien Ticketverkauf.

Mit den Ostniedersachsen haben die Göttinger noch eine Rechnung offen, denn das Team von Löwen-Headcoach Jesus Ramirez warf die BG im Oktober aus dem MagentaSport BBL Pokal. Die Moors-Truppe schaffte es im Pokalspiel nicht, die offensiv-starken Braunschweiger (86,6 Punkte pro Spiel) mit ihrer Verteidigung zu stoppen und musste sich am Ende deutlich 77:97 geschlagen geben. Beim Rebound waren die Veilchen deutlich unterlegen, zudem trafen sie an diesem Tag nicht gut von der Drei-Punkte-Linie (29 Prozent).

Im Pokalspiel war Robin Amaize der überragende Akteur. Der deutsche Guard erzielte 25 Punkte und führte die Löwen zum Sieg. Aber auch US-Guard Tookie Brown (15 Punkte) und David Krämer (12) hatten großen Anteil am Braunschweiger Erfolg. Wichtige Säulen im Löwen-Kader sind auch der kanadische Forward Owen Klassen (10,1 Punkte pro Spiel), der bester Rebounder seiner Mannschaft ist (6,2), sowie der tschechische Forward Martin Peterka (13,6 Punkte/51 Prozent Dreier-Trefferquote). Die meisten Assists gibt sein Landsmann Ondrej Sehnal (6,2). Ex-Veilchen Benedikt Turudic ist zweitbester Löwen-Rebounder (5,0).

Ebenso wie die Veilchen vor Weihnachten in Chemnitz, traf die Braunschweiger am 2. Weihnachtsfeiertag eine kurzfristige Spielverlegung, da mehrere Spieler des Gegners, die EWE Baskets Oldenburg, positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Am heutigen Mittwochabend müssen die Löwen beim easyCredit BBL-Tabellenführer, den Telekom Baskets Bonn antreten und haben somit einen Tag länger als die Göttinger Zeit, um sich fürs Derby zu regenerieren.