Veilchen sichern Ligaverbleib durch Sieg in Tübingen

Jesse Sanders war bei seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte bester BG-Werfer (15 Punkte). Bild: Pressefoto ULMER

Die BG Göttingen hat sich sieben Spieltage vor dem Ende der easyCredit Basketball Bundesliga-Saison den Ligaverbleib gesichert. Die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers siegte am Samstagabend bei den WALTER Tigers Tübingen 82:73 (43:40) und kann nach dem 10. Saisonsieg nun nicht mehr auf einen Abstiegsplatz abrutschen. Die 3.100 Zuschauer in der Tübinger Paul Horn-Arena sahen eine ausgeglichene erste Halbzeit. In der zweiten Hälfte zogen die Veilchen dank eines Dreier-Feuerwerks davon und ließen die Gastgeber nicht mehr näher als sechs Zähler herankommen. Bester BG-Werfer war Ex-Tiger Jesse Sanders mit 15 Punkten. Für Tübingen erzielte Barry Stewart die meisten Zähler (16).

Die Veilchen, bei denen Benas Veikalas nach überstandener Oberschenkelzerrung wieder zum Einsatz kam, starteten mit drei Punkten von Alex Ruoff in die Partie. Doch die schwäbischen Gastgeber hatten die passende Antwort und ließen vier Punkte von Jared Jordan zum 3:4 folgen (2.). So ging es dann immer weiter – ein Team punktete, das andere zog nach. Einen 0:5-Lauf der Tigers, den Julian Washburn durch einen Dreier zum 12:15 abschloss, konterten die Südniedersachsen ebenfalls mit fünf Punkten in Folge – davon drei von Veikalas zum 17:15. Den Zwei-Punkte-Vorsprung nahmen die Göttinger mit in die Viertelpause (19:17).

Auch im zweiten Abschnitt blieb die Partie ausgeglichen, doch die Mannschaft von Tigers-Headcoach Tyron McCoy war es nun, die immer wieder die Führung übernahm (29:26/14.). Aber die Hausherren erlaubten sich ebenso immer wieder Ballverluste, sodass Ruoff in der 15. Minute die Veilchen zum ersten Mal in diesem Abschnitt in Front brachte (31:30). Veikalas und Leon Williams legten nach und erzielten die bis dahin höchste Führung einer der beiden Teams (36:30/17.). Aber auch diesen Rückstand egalisierten die Tigers fast, weil die BG zu sorglos agierte (41:40/20.). In die Halbzeit-Pause gingen die norddeutschen Gäste mit einer 43:40-Führung.

Die Tübinger erwischten einen optimalen Start in die zweite Hälfte und zwangen Roijakkers durch ihren 0:6-Lauf schnell zu seiner ersten Auszeit (43:46/22.). Diese wirkte, denn Scott Eatherton und Adam Waleskowski holten die BG-Führung zurück (48:46/24.). In diesem Abschnitt lieferten sich beide Teams ein wahres Dreier-Feuerwerk. Mit zwei Treffern von jenseits der 6,75-Meter-Marke baute Sanders den Gäste-Vorsprung auf 54:49 aus (25.). Zwar streuten auch die Tigers immer wieder Distanztreffer ein, doch von zehn Dreiern in diesem Viertel gehörten sechs den Veilchen. BG-Kapitän Dominik Spohr war ebenfalls zweimal von außen erfolgreich, und Veikalas besorgte die höchste Göttinger Führung per Drei-Punkte-Spiel (Korberfolg plus Freiwurf, 68:57/30.).

Im Schlussviertel versuchte die McCoy-Truppe noch einmal alles, um den Rückstand aufzuholen. Gegen die Verteidigung taten sich die Veilchen nun schwer und erzielten mehr als vier Minuten keine Punkte. Die Tübinger verkürzten so auf 71:65 (35.). Eatherton beendete die Göttinger Durststrecke, und fünf Waleskowski-Punkte in Folge beruhigten die Nerven der rund 60 mitgereisten Veilchen-Fans (77:67/39.). Zwölf Sekunden vor dem Ende kamen die Hausherren noch einmal auf sieben Zähler heran, aber der zehnte Göttinger Saisonerfolg geriet nicht mehr in Gefahr.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich freue mich natürlich sehr über den Sieg am heutigen Abend in Tübingen. Wir haben jetzt zu einem frühen Zeitpunkt der Saison den Ligaverbleib geschafft. Der Dank gilt meiner Mannschaft und der gesamten Organisation, das war nicht selbstverständlich. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir ein geringeres Budget, umso mehr freue ich mich über das Geleistete. Wir wussten, dass Tübingen ersatzgeschwächt und die Trainingswoche sicher nicht einfach war. Doch sie haben alles gegeben und uns einen großen Kampf geliefert. Am Ende geht der Sieg für meine Mannschaft aber in Ordnung.“

Tyron McCoy (Headcoach WALTER Tigers Tübingen): „Wir hatten vor allem in der Defensive einige Probleme und haben viele nicht verteidigte Dreier kassiert. Ich spreche hier besonders die Punkte von Dominik Spohr an. Das hat uns sehr weh getan. In der Offensive konnten wir je länger das Spiel lief keine guten Akzente mehr setzen. Vor allem im Zwei-Punkte-Bereich kam heute von meinem Team einfach zu wenig. Dazu hat uns Göttingen mit einer Feldquote von 52 Prozent den Zahn gezogen. Wir müssen nun nach vorne schauen, der Ligaverbleib ist noch nicht gesichert. Wichtig ist, dass unsere verletzten Spieler schnellstmöglich zurückkehren.“

WALTER Tigers Tübingen – BG Göttingen 73:82 (40:43)

Die Viertel im Überblick: 17:19, 23:24, 18:25, 15:14

Zuschauer: 3.100

BG Göttingen: Williams (2 Punkte), Veikalas (9/2 Dreier), Ruoff (14/1), Spohr (6/2), Menzel, Carter (10), Schwarz, Mönninghoff (7/1), Waleskowski (12/1), Sanders (15/4, 8 Assists), Eatherton (7, 13 Rebounds), Grüttner.

WALTER Tigers Tübingen: Washburn (15 Punkte/4 Dreier, 5 Assists), Nadjfeji (n.e.), Jordan (13/2, 7 Rebounds), Munoz (3), Kolo (n.e.), Sorgius (n.e.), McGhee (4), Kidd (10/1), Stewart (16/4), Philmore (12/1).