Veilchen starten mit Derby-Niederlage in Saison

Topscorer unter sich: 20 Punkte von Terry Allen (links) reichten gegen Braunschweig (mit Scott Eatherton) nicht zum Sieg. Bild: Swen Pförtner

25. September 2019 – Die BG Göttingen hat ihr Auftaktspiel in der easyCredit Basketball Bundesliga-Saison 2019/20 verloren. Im Derby gegen die Basketball Löwen Braunschweig musste die Mannschaft BG-Headcoach Johan Roijakkers eine 77:96 (44:50)-Niederlage hinnehmen. Die Partie wurde präsentiert vom VITAL SPA. Vor 3.013 Zuschauern in der Sparkassen-Arena zeigte der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen eine wechselhafte Leistung. Nach gutem Start verloren die Göttinger nach und nach den Faden und ihr Selbstvertrauen. Bis zur Halbzeitpause blieben die Gastgeber an den Löwen dran, mussten die Gäste nach einem miserablen dritten Viertel aber auf mehr als 20 Punkte davonziehen lassen. Im letzten Abschnitt schaffte es die BG nicht mehr, diesen Rückstand aufzuholen. Bester Veilchen-Werfer war Terry Allen mit 20 Punkten. Für Braunschweig traf Ex-Veilchen Scott Eatherton am häufigsten (18 Zähler).

Die Veilchen, die auf Elias Lasisi (Oberschenkelverletzung) verzichten mussten, starteten mit viel Energie vor allem in der Verteidigung in die Partie. In den ersten drei Minuten gestatteten die Gastgeber den Löwen nur zwei Punkte, während sie selber zehn Zähler erzielten (10:2/3.). Im Anschluss zeigte der eingewechselte Löwen-Akteur Thomas Klepeisz seine Qualitäten von jenseits der 6,75-Meter-Marke und traf zwei Dreier hintereinander. Doch die BG antwortete ebenfalls von außen durch Bennet Hundt und Allen (18:10/5.). Die Braunschweiger kämpften sich dann ins Spiel und verkürzten durch Alexander Marelja auf 20:17 (7.) Aber vor allem Klepeisz bereitete den Veilchen weiterhin Probleme – der österreichische Guard glich per Dreier zum 22:22 aus (9.), wobei es bis zum Viertelende blieb.

Im zweiten Abschnitt tat sich die Roijakkers-Truppe schwer, weil ihre Dreier nicht mehr fielen. So gingen die Löwen erstmals in Führung und bauten diese auf 22:27 aus (12.). Dann zog Allen zweimal hintereinander zum Korb und verkürzte auf 26:27 (13.). Auch in der Verteidigung waren die Hausherren nun wieder etwas wacher. Allen fing einen Pass der Braunschweiger ab und schloss den Schnellangriff zum 33:32 ab (15.). Danach folgte wieder eine kleine Dreier-Serie auf beiden Seiten, die Marelja für die Löwen zum 39:40 abschloss (17.). Auch der Center beschäftigte die Veilchen und schraubte die Gäste-Führung in die Höhe (39:44/18.). Zwar verkürzte Darius Carter zwischenzeitlich durch einen Dreier auf 44:48, doch in die Halbzeitpause gingen die Göttinger mit einem 44:50-Rückstand.

Zu Beginn der zweiten Hälfte schafften es die Veilchen nicht, sich zu fangen. Während die Braunschweiger immer mehr Selbstvertrauen tankten, mühten sich die Gastgeber vergeblich. Viereinhalb Minuten dauerte es, bis Allen den ersten Göttinger Punkt im dritten Viertel per Freiwurf erzielte. Doch dabei blieb es erst einmal, sodass Roijakkers eine Auszeit nahm (45:59/24.). Die BG agierte jedoch weiterhin zu unachtsam und ohne Wurfglück. Nach fast sieben Minuten erzielte Carter den ersten Feldkorb, aber Marelja konterte sofort zum 47:63 (27.). Die Veilchen waren im Vergleich zu den Anfangsminuten nicht mehr wiederzuerkennen und leisteten sich einen Ballverlust nach dem anderen. So wuchs der Rückstand bis zum Viertelende auf 23 Punkte an (54:77).

Im Schlussabschnitt spielten sich die Löwen weiter in einen Rausch und bauten ihren Vorsprung bis zur 34. Minute auf 27 Punkte aus (88:61). Die Göttinger versuchten verzweifelt, sich wieder ins Spiel zu kämpfen und wurden ein wenig für ihre Bemühungen belohnt. Bis zum Ende der Partie ließen sie nur noch acht Braunschweiger Zähler zu und entschieden das Viertel 23:19 für sich. So blieb der Rückstand unter 20 Punkten. Zane Waterman agierte am Ende etwas übermotiviert und beging in der letzten Minute ein hartes Foul am Löwen Lukas Wank, das als disqualifizierendes Foul gewertet wurde. Ihm droht eine Sperre von mehreren Spielen – die Entscheidung trifft der Spielleiter in den kommenden Tagen.

Stimmen zum Spiel

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Braunschweig hat verdient gewonnen. Wir waren nur im ersten Viertel wirklich da – offensiv vielleicht im ersten und in zweiten Viertel, defensiv nur in den ersten fünf Minuten. Das reicht dann nicht, um in der easyCredit BBL zu gewinnen. Das disqualifizierende Foul für Zane Waterman war ein richtiger Piff. Zane hat noch nie auf so einem Niveau gespielt, darum weiß er so etwas nicht. Aber er ist ein Soldat.“

Pete Strobl (Headcoach Basketball Löwen Braunschweig): „Es war ein schweres Spiel für uns – wir haben mit allem gerechnet. Ich schätze es sehr, wie Johan Roijakkers hier arbeitet. Für einen neuen Trainer wie mich ist er ein Vorbild. Ein Derby zu spielen, ist immer schwer aufgrund der Stimmung von den Zuschauern. Ich bin stolz auf mein Team, denn wir hatten eine schwierige Vorbereitung, in der viele Kleinigkeiten nicht gut gelaufen sind. Darum bin ich froh, dass wir gewonnen haben.“

BG Göttingen – Basketball Löwen Braunschweig 77:96 (44:50)
Die Viertel im Überblick: 22:22, 22:28, 10:27, 23:19
Zuschauer: 3.013
BG Göttingen: Lockhart (8 Punkte/2 Dreier, 7 Assists), Waterman (1), Anderson (5/1), Kramer (3), Omuvwie (n.e.), Carter (11/1), Andric (11/3), Mönninghoff, Loh (n.e.), Allen (20/2, 6 Rebounds), Hundt (18/2), Bryant.
Basketball Löwen Braunschweig: Wank (1 Punkt), Zeeb, Klepeisz (15/4 Dreier, 7 Assists), Mushidi (10/2), Göttsche (1), Marelja (15/1), Releford (7), Lawson III (10, 7 Rebounds), Jallow (17/3), Eatherton (18/2), Lagerpusch (2).