Veilchen verpassen Überraschung in München

Bennet Hundt (Mitte) erzielte 19 Punkte gegen die Münchener um Greg Monroe (links) und Maodo Lo (rechts). Bild: Hans Rauchensteiner

8. Dezember 2019 – Die BG Göttingen hat eine große Überraschung knapp verpasst. Am Sonntagnachmittag verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers beim FC Bayern München erst in der letzten Sekunde 81:82 (37:34). Vor 5.231 Zuschauern im Audi Dome kam der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen nach langsamem Start immer besser in die Partie und ging mit einer 37:34-Führung in die Halbzeitpause. Auch nach dem Seitenwechsel brachten die Gäste aus Göttingen den hohen Favoriten in Bedrängnis und führten teilweise mit neun Punkten (60:51). Sieben Sekunden vor dem Ende brachte Veilchen-Topscorer Bennet Hundt (19 Punkte) sein Team 81:79 in Front, doch der letzte Wurf von Bayern-Guard Petteri Koponen von jenseits der Dreier-Linie fand sein Ziel mit der Schlusssirene. Für die Münchener traf Greg Monroe am häufigsten (22 Zähler).

Die Veilchen, bei denen Zane Waterman als siebter Ausländer pausierte, starteten in der Offensive mit Problemen in die Partie und lagen schnell 0:7 zurück. Allerdings machten sich die Strapazen des internationalen Wettbewerbs bei den Gastgebern bemerkbar, sodass die Göttinger sich durch einen 7:1-Lauf auf 7:8 heranarbeiteten (7.). Die Bayern agierten alles anderes als souverän, während die Roijakkers-Truppe ihr Kämpferherz fand und den Abschnitt nur knapp 11:14 abgab.

Im zweiten Abschnitt lief es bei der BG dann immer besser. Hundt brachte die Gäste in der 12. Minute erstmals in Führung (17:16) und legte von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum 20:18 und 25:20 nach (14.). Zwar blieben die Münchener dank ihrer individuellen Klasse zunächst in Schlagdistanz (25:24/15.), doch die Veilchen spielten gegen den easyCredit BBL-Tabellenführer mutig auf und zwangen Bayern-Headcoach Dejan Radonjic beim 31:26 zu einer Auszeit (18.). Danach lief es bei den Gastgebern wieder etwas besser – Alex King und Maodo Lo holten die Bayern-Führung durch zwei Dreier zurück (31:32/19.). Die Göttinger ließen sich davon aber nicht beeindrucken und gingen mit einem Drei-Punkte-Vorsprung in den Halbzeitpause (37:34).

Nach dem Seitenwechsel machte die BG da weiter, wo sie in der ersten Halbzeit aufgehört hatte. Mihajlo Andric traf zweimal von außen zum 44:36 (24.), und Hundt konterte einen Dreier von Paul Zipser zum 47:39 (25.). Nach einer erneuten Radonjic-Auszeit riss sich der Meister zusammen und verkürzte seinen Rückstand auf 50:49, weil die Göttinger kein Mittel gegen Monroe fanden (27.). Aber die Veilchen hatten die passende Antwort und ließen einen 10:2-Lauf folgen, den Marvin Omuvwie zum 60:51 abschloss (30.). Vor dem Schlussabschnitt betrug die BG-Führung sieben Zähler (60:53).

Im letzten Viertel zeigten die Münchener ansatzweise ihre Qualität und kämpften sich weiter an die Gäste heran, die zunächst aber ihre Führung behielten (66:62/34.). Im Anschluss schaffte es der Turkish Airline Euroleague-Teilnehmer mehrfach die Partie auszugleichen und ging in der 37. Minute zum ersten Mal seit Ende der ersten Halbzeit in Front (71:73). Kurz darauf glich BG-Forward Terry Allen per Dreier zum 77:77 aus (39.) – die Schlussphase war nichts für schwache Nerven. Nachdem Hundt die Veilchen erneut in Führung gebracht hatte (81:79/40.), nahm Koponen den letzten Wurf, den der Finne mit der Schlusssirene versenkte und die Bayern jubeln ließ.

Stimmen zum Spiel
Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich denke, dass wir heute den Sieg verdient gehabt hätten. Ich glaube, das ist das erste MaI in 16 Jahren, dass ich so etwas nach einer Niederlage sage. Wir haben gekämpft und in der Defensive durch unsere physische, schlaue Spielweise einen Weg gefunden. Ich muss allen meinen Jungs ein riesiges Kompliment machen. Das wäre ein großartiger Sieg gewesen, der uns geholfen hätte, in der Liga zu bleiben. Doch unglücklicherweise ist es am Ende jetzt genauso, als ob wir deutlich verloren hätten.“

Dejan Radonjic (Headcoach FC Bayern München): „Göttingen hat toll gespielt. Es war ein letzter Wurf, der heute alles entschieden hat. Wir haben mit zu wenig Energie gespielt und gerade die Defensive vernachlässigt, was erst gegen Ende besser wurde. Göttingen hat weniger Fehler gemacht, und wir konnten daher wirklich nur ganz knapp gewinnen. Jetzt müssen wir die fünf Tage Pause nutzen, um uns ein wenig zu erholen.“

FC Bayern München – BG Göttingen 82:81 (34:37)
Die Viertel im Überblick: 14:11, 20:26, 19:23, 29:21
Zuschauer: 5.231
BG Göttingen: Lockhart (14 Punkte/2 Dreier), Anderson (2), Lasisi (3), Kramer (2), Omuvwie (4), Carter (2), Andric (16/3), Mönninghoff (n.e.), Osetkowski (9, 5 Rebounds), Allen (10/1), Hundt (19/4, 4 Assists).
FC Bayern München: King (10 Punkte/2 Dreier), Koponen (6/2), Monroe (22/1), Lucic (6), Lo (10/2), Zipser (14/2), Knauf (n.e.), Nelson (2, 6 Rebounds), Flaccadori (3), Barthel (9), Lessort.