Veilchen zeigen Licht und Schatten in Würzburg

Jordan Loveridge und die BG Göttingen haben in Würzburg nur eine Halbzeit mitgehalten. Bild: Viktor Meshko

9. Februar 2018 – Die BG Göttingen hat den Überraschungserfolg gegen s.Oliver Würzburg aus dem Hinspiel nicht wiederholt. Bei den Franken verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers am Freitagabend 82:95 (41:43). Vor 3.007 Zuschauern in der s.Oliver Arena zeigte der easyCredit Basketball-Bundesligist aus Südniedersachsen phasenweise eine gute Leistung, die aber nicht ausreichte, um den Favoriten erneut zu besiegen. Nachdem die Göttinger zum Ende der ersten Hälfte noch 41:37 in Führung lagen, steigerten die Gastgeber sich in der zweiten Halbzeit, nutzen Schwächephasen der Gäste konsequent aus und zogen auf 85:67 davon (36.). Diesen Rückstand konnten die Veilchen nicht mehr aufholen. Bester BG-Werfer war Brion Rush mit 23 Punkten. Für Würzburg erzielten Robin Benzing und Cliff Hammonds die meisten Zähler (je 16).

Die Veilchen, die neben dem langzeitverletzten Darius Carter (Handgelenk) auch auf Malik Müller (Mandelentzündung) verzichten mussten, starteten gut in die Partie und hielten mit dem Favoriten nicht nur mit. Nachdem Maurice Stuckey die Franken 4:8 in Führung gebracht hatte, ließen die Gäste aus Göttingen einen 6:0-Lauf folgen, den Dennis Kramer zum 10:8 abschloss (6.). Zwar nutzen die Würzburger immer wieder kleine Unachtsamkeiten der BG aus, sodass sie sich die Führung zurückholten (12:17/8.), aber die Roijakkers-Truppe besann sich dann wieder auf ihre Stärken. Einen erneuten 6:0-Lauf schloss dieses Mal Joanic Grüttner Bacoul mit einem krachenden Dunk zum 18:17 ab (10.). In die Viertelpause gingen die Gäste mit einem knappen 20:19-Vorsprung.

Die Göttinger erwischten den bessern Start in den zweiten Abschnitt und zwangen Würzburgs Headcoach Dirk Bauermann schnell zu seiner ersten Auszeit (24:19/12.). Im Anschluss legte Rush zwar von außen zum 27:19 nach, doch die Veilchen verpassten es wieder durch unnötige Fehler, die Führung weiter auszubauen. Das bestraften die Hausherren und kamen Stück für Stück heran. Nationalmannschaftskapitän Benzing glich in der 16. Minute per Dreier zum 29:29 aus, Hammonds brachte die Gäste kurz darauf mit dem nächsten Distanztreffer 31:32 in Rückstand. Die Führung wechselte nun einige Male hin und her. Als Würzburg sich abzusetzen drohte, war Rush zur Stelle und traf zwei Dreier zum 41:37 (19.). Bis zur Pause gelangen den Veilchen allerdings keine Zähler mehr, sodass die Gastgeber mit einem knappen 41:43-Vorsprung in die Kabine gingen.

Nach dem Seitenwechsel zeigte die Bauermann-Truppe ihre eigentliche Stärke und zwang die Göttinger durch intensive Verteidigung zu Fehlwürfen und Ballverlusten. Zwar blieben die Gäste durch Grüttner Bacouls Zähler zum 46:50 zunächst am Gegner dran (23.), der jedoch immer treffsicherer von der Dreier-Linie wurde. In der 26. Minute wuchs der BG-Rückstand erstmals im Spiel auf eine zweistellige Zahl an (47:58), sodass Roijakkers mit einer Auszeit reagierte. Diese zeigte kurzzeitig auch Wirkung, denn sein Team verkürzte auf 53:60 (28.). Aber auch dieses Mal verhinderte mangelnde Konzentration, dass die Veilchen wieder in Schlagdistanz kamen. Im Gegenzug bauten die Gastgeber ihren Vorsprung vor dem Schlussviertel auf zwölf Punkte aus (56:68).

Im letzten Abschnitt machten die Würzburger schnell klar, dass sie dieses Spiel nicht mehr aus der Hand geben wollen. E.J. Singler war nun auch treffsicher von jenseits der 6,75-Meter-Marke und baute die Führung seiner Mannschaft auf 62:79 aus (33.). Zwar versuchte die BG in der Offensive dagegenzuhalten, doch Fehler in der Verteidigung verhinderten, dass der Rückstand nennenswert schrumpfte. Jedes Aufbäumen der Leinestädter unterband Bauermann sofort mit einer Auszeit. In den Schlussminuten brachte Harper Kamp seine Veilchen durch zwei Dreier in Folge dennoch auf 80:90 heran, aber die Zeit reichte nicht mehr aus, um den Würzburger Erfolg noch einmal in Gefahr zu bringen.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Es war ein verdienter Sieg für Würzburg. Mein Team hat drei Viertel mit einer Playoff-Mannschaft wie Würzburg sehr gut mitgespielt. Im dritten Viertel hatten wir Schwierigkeiten gegen den Druck zu bestehen, aber es ist für eine Mannschaft wie unsere natürlich schwer, 40 Minuten dagegen zu halten. Ich bin zufrieden damit, wie meine Jungs gekämpft haben, es war eine gute Leistung. Ich schaue nicht auf die Tabelle, sondern fokussiere mich auf das, was ich kontrollieren kann. Es macht mir Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Ich kann nicht klagen, denn Göttingen ist ein guter Standort, an dem man ruhig arbeiten kann.“

Dirk Bauermann (Headcoach s.Oliver Würzburg): „Ich bin zufrieden mit der Leistung der Mannschaft. Göttingen spielt einen sehr klugen Basketball, sie bewegen den Ball gut und spielen miteinander und füreinander. Man muss bei jedem ihrer Angriffe 24 Sekunden lang sehr aufmerksam sein, das waren wir über weite Strecken. Wir wollten heute schnell spielen und viele Ballbesitze haben. Vier Spieler haben zweistellig gepunktet, zwei weitere hatten acht Punkte. Es war also gut verteilt, das ist wichtig für uns. Wir haben außerdem ordentlich gereboundet und dieses Duell ebenfalls gewonnen. Alles in Allem war das ein sehr guter Abend für uns. Jetzt freuen wir uns auf das nächste Heimspiel am kommenden Freitag gegen Erfurt, denn auch da haben wir noch etwas gut zu machen.“

s.Oliver Würzburg – BG Göttingen 95:82 (43:41)

Die Viertel im Überblick: 19:20, 24:21, 25:15, 27:26

Zuschauer: 3.007

BG Göttingen: Lockhart (8 Punkte), Williams (4), Kramer (2), Rush (23/4 Dreier, 6 Rebounds, 5 Assists), Stockton (17/2, 5 Assists), Loveridge, Stechmann (n.e.), Kamp (18/2), Larysz, Haukohl (n.e.), Grüttner (10).

s.Oliver Würzburg: Gaddy (13 Punkte/2 Dreier), Klassen (8), Stuckey (9/1), Loncar (14/3), Singler (11/3), Lipkevicius (8), Benzing (16/2, 9 Rebounds), Kovacevic (n.e.), Hammonds (16/3, 5 Assists), Hoffmann, Duggins.