Spohr verlässt Göttingen zum Saisonende und beendet Erstliga-Karriere

Dominik Spohr trug vier Spielzeiten das lila-farbene Trikot. Bild: Christian Reinhard

Der Kapitän geht von Bord. Nach vier Spielzeiten im lila-farbenen Trikot verlässt Dominik Spohr die BG Göttingen zum Saisonende, um sich in Zukunft auf die Zeit nach seiner aktiven Basketball-Karriere vorzubereiten. „Es war eine sehr schwere Entscheidung für mich. Göttingen ist zu meiner zweiten Heimat geworden und mir sehr ans Herz gewachsen“, sagt der BG-Kapitän. „Ich muss jetzt aber langsam an den Einstieg in ein richtiges Berufsleben denken und will mein Studium erfolgreich abschließen. Das ist als Profi in der easyCredit BBL zeitlich nebenbei nicht möglich.“ Endgültig an den Nagel hängen will Spohr seine Basketballschuhe aber noch nicht. „Die Liebe zum Basketball ist noch sehr stark. Das habe ich in dieser Saison während meiner Verletzungszeit gemerkt. Es hat mir gefehlt, mit dem Team zu trainieren und zu spielen.“ Einen neuen Klub hat Spohr, der sich ein Engagement bei einem ProA-Ligisten sehr gut vorstellen kann, aber noch nicht.

Der Forward, der am kommenden Montag seinen 28. Geburtstag feiert, hat in seiner Basketball-Karriere schon einige Höhen und Tiefen erlebt. In seiner Heimatstadt Hagen reifte er vom Jugendspieler zum Profi und stieg mit Phoenix Hagen 2009 in die erste Liga auf. Nach drei weiteren Spielzeiten bei den „Feuervögeln“ wechselte Spohr 2012 zu den GIESSEN 46ers, die aufgrund von finanziellen Problemen den Ligaverbleib verpassten. Seit 2013 ist der 1,98 Meter große Profi ein Veilchen. „Der Aufstieg 2014 ist der größte Erfolg meiner Karriere“, so Spohr. „Mit Hagen bin ich zwar auch aufgestiegen, dort hatte ich als junger Profi aber eine viel kleinere Rolle als in Göttingen.“

In Göttingen machte Veilchen-Headcoach Johan Roijakkers Spohr in dieser Saison zum Kapitän. „Ich habe es in meiner Basketball-Karriere schon viel weiter gebracht, als ich es jemals vermutet hatte“, sagt Spohr. „Das habe ich in erster Linie Johan Roijakkers zu verdanken, der mich zu einem besseren Basketball-Spieler gemacht hat. Er hat mir geholfen, meine Rolle zu finden und das Spiel noch besser zu verstehen.“ Auch private Gründe haben zu Spohrs Entscheidung beigetragen. Seine Freundin Jasmin lebt und arbeitet in Hagen – das Pendeln zwischen Hagen und Göttingen ist eine zusätzliche zeitliche Belastung. „Ich gehe basketballerisch bewusst einen Schritt zurück, um eine langfristige berufliche Perspektive zu haben“, so Spohr.

Nicht nur die Veilchen-Fans werden den Forward vermissen, auch die BG verliert einen Vorzeige-Profi und Sympathieträger, der von Teamkameraden und Mitarbeitern gleichermaßen geschätzt wurde. „Dom hatte in den vergangenen Jahren sehr großen Einfluss auf unser Team. Er hat mit seiner Mentalität, niemals aufzugeben, im Training und im Kraftraum immer den Ton angegeben. Seine Dreier waren eine gefürchtete Waffe, die uns sehr fehlen wird“, sagt Roijakkers. „In dieser Saison war er ein großartiger Kapitän. Er hat unseren neuen Spielern sehr geholfen, sich im Team und in der Stadt zurechtzufinden. Seine Rolle war viel größer, als es die Menschen bei unseren Spielen zu sehen bekommen haben. Ich bin sehr stolz, dass ich Dom vier Jahre lang trainieren durfte. Wir werden ihn sehr vermissen und unsere Tür wird für ihn immer offen sein.“