BG bringt Meister Bamberg ins Wanken

Die Veilchen um Alex Ruoff (links mit Bambergs Darius Miller) haben gegen den Meister eine tolle Leistung gezeigt. Bild: Matthias Klar

Die BG Göttingen hat den deutschen Meister ins Wanken gebracht, aber Brose Bamberg ist nicht gefallen. Am Sonntagabend verlor die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers gegen die Franken denkbar knapp 70:71 (40:42). Vor 3.057 euphorischen Zuschauern in der Sparkassen-Arena schafften es die Veilchen, das gesamte Spiel, das von Continental ContiTech Northeim präsentiert wurde, an dem Titelverteidiger dranzubleiben. Auch einen Zwölf-Punkte-Rückstand Ende des dritten Viertels (49:61/29.) egalisierten die Göttingen (65:65/36.) und hatten am Ende sogar die Chance, den Sieg zu holen. Doch die physische Verteidigung der Gäste machte der BG einen Strich durch die Rechnung. Beste Veilchen-Akteure waren Darius Carter (24 Punkte) und Jesse Sanders (18). Für Bamberg traf der wieder genesene Janis Strelnieks am häufigsten (12).

Die Veilchen hatten Probleme gegen die physischen Bamberger in die Partie zu kommen. Nach einem Dreier von Bambergs Lucca Staiger stand es 1:11 (4.). Doch die Göttinger spielten geduldig weiter und warteten auf ihre Chancen. Zwei Dreier von Mathis Mönninghoff ließen den Rückstand auf 11:17 schrumpfen (8.). Zum Viertelende drehte der überragende Carter auf und brachte die BG mit acht Punkten in Folge auf 19:20 heran (10.). Bei diesem einen Punkt Rückstand blieb es nach diesem Abschnitt (21:22).

Zum Start ins zweite Viertel konterte Sanders einen Dreier von Aleksej Nikolic zum 24:25. Die Hausherren aus Südniedersachsen spielten nun mit viel Selbstbewusstsein, sodass Scott Eatherton die erste Führung für sein Team erzielte und Bambergs Headcoach Andrea Trinchieri zu seiner ersten Auszeit zwang (26:25/12.). Die Veilchen hielten die Partie offen, gerieten durch kleine Unaufmerksamkeiten in der 18. Minute aber wieder 31:38 ins Hintertreffen. Doch auch davon ließ sich die Roijakkers-Truppe nicht beeindrucken. Einen 7:0-Lauf schloss Carter mit einem Dreier und zwei Freiwürfen zum 38:39 ab (20.). In die Halbzeitpause gingen die Gastgeber mit einem knappen 40:42-Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst so aus, als ob der Meister nun davonziehen würde (40:46/22.). Doch die Veilchen blieben hartnäckig und kamen wieder auf 47:48 heran (25.). Im Anschluss bestraften die Franken die BG-Fehler eiskalt, sodass sie ihren Vorsprung Stück für Stück ausbauten (49:61/29.). Aber auch dieses Mal ließen die Göttinger ihre Köpfe nicht hängen und kämpften sich vor dem Schlussviertel auf 54:61 heran.

In den letzten Abschnitt startete die BG mit einem 4:0-Lauf, sodass Trinchieri seine nächste Auszeit nahm (58:61/32.). Zwar lief es danach kurzzeitig besser für den hohen Favoriten, aber die Veilchen hatte die passende Antwort und glichen das Spiel durch einen 7:0-Lauf zum 65:65 aus (36.). Die Franken erarbeiteten sich leichte Vorteile, doch Sanders’ Dreier zum 68:69 ließ die Stimmung in der Sparkassen-Arena noch höher kochen (39.). Nachdem Waleskowski die Hausherren 45 Sekunden vor Schluss auf 70:71 herangebracht hatte, vergab Daniel Theis den folgenden Bamberger Wurf, sodass die Göttinger die mit dem letzten Angriff das Spiel für sich entscheiden konnten. Sechs Sekunden vor dem Ende sorgte die physische Bamberger Verteidigung dafür, dass die BG den Ball verlor. Die Göttinger foulten Patrick Heckmann, der bei noch drei verbleibenden Sekunden beide Freiwürfe vergab, doch sein Team sicherte den Rebound und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Mein Team hat fast alles gemacht, was ich von ihm verlangt habe – bis auf das Rebounding. Das ist normalerweise eine unserer Stärken, aber gegen Bamberg ist das ein anderes Niveau, es ist viel physischer. Die Energie, mit der wir gespielt haben, war überragend. Wir haben die Würfe genommen, die wir nehmen wollten. Mit einen Punkt zu verlieren, ist immer schwer. Aber wir können sehr stolz auf die Leistung dieser Jungs sein. Ich hoffe, dass die Fans das auch sind und nicht vergessen, mit was für einem Budget wir agieren. So knapp gegen Bamberg zu verlieren, wird wahrscheinlich nicht jede Saison passieren.“

Andrea Trinchieri (Headcoach Brose Bamberg): „Göttingen hat großartig gekämpft. Wir haben das bekommen, was wir wollten – einen schweren Sieg. Wir mussten am Donnerstag in die Verlängerung, darum war es klar, dass wir heute nicht glänzen würden. Zudem konnten Lucca Staiger und Nicolo Melli in der zweiten Halbzeit nicht mehr spielen. Wir haben das getan, was wir tun mussten, um zu gewinnen. Wir waren schlecht in der Transition, haben aber gut gereboundet.“

BG Göttingen – Brose Bamberg 70:71 (40:42)

Die Viertel im Überblick: 21:22, 19:20, 14:19, 16:10

Zuschauer: 3.057

BG Göttingen: Williams, Ruoff (7 Punkte/1 Dreier), Spohr (3/1), Menzel (n.e.), Carter (24/1), Schwarz, Mönninghoff (6/2), Waleskowski (8), Borchers (n.e.), Sanders (18/4, 5, Rebonds, 8 Assists), Eatherton (4), Grüttner.

Brose Bamberg: Melli (4 Punkte, 6 Rebounds), Nikolic (7/1 Dreier, 5 Assists), Staiger (6/2), Theis (10, 6 Rebounds), Lo (2), Strelnieks (12/2, 5 Assists), Miller (9/1), McNeal (5/1, 6 Rebounds), Kratzer (1), Heckmann (4), Radosevic (11).