BG empfängt wieder erstarkte Bonner

Bonns Center Leon Kratzer (rechts mit BG-Forward Marvin Omuvwie) kam im vergangenen Spiel der Bonner verletzungsbedingt nur vier Minuten zum Einsatz. Bild: Jörn Wolter

18. März 2021 – Auch nach dem vergangenen Wochenende hat sich die Ausgangssituation der BG Göttingen nicht verändert. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors hat weiterhin drei Siege Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, kann sich darauf bei noch zwölf verbleibenden Spielen aber noch lange nicht ausruhen. Allerdings erwartet den easyCredit Basketball-Bundesligisten aus Südniedersachsen am kommenden Wochenende keine leichte Aufgabe. Die Veilchen empfangen am Sonntag, 21. März, die Telekom Baskets Bonn (15 Uhr, Sparkassen-Arena, live bei MagentaSport). Das Spiel wird präsentiert von der DiT Göttingen GmbH. „Bonn ist gerade in einer sehr guten Form. Sie haben viele Spieler, die punkten können – und das tun sie im Moment auch“, sagt BG-Co-Trainer Thomas Crab.

Beim ersten Blick auf den statistischen Vergleich beider Teams könnte man zu dem Schluss kommen, dass sich die Veilchen und Bonn auf Augenhöhe bewegen. Beide Mannschaften erzielen ungefähr die gleiche Anzahl an Punkten pro Spiel (Göttingen 81,3 – Bonn 81,7), treffen ungefähr gleich viele Freiwürfe (15,8 – 15,5), haben exakt dieselbe Trefferquote aus dem Feld (45,8 Prozent) und holten gleich viele Rebounds (34). Den größten Unterschied macht aber die Defensive aus. Während das Team von Baskets-Headcoach Will Voigt seinem Gegner durchschnittlich nur 83,9 Punkte pro Partie gestattet, sind es bei der BG 91,4. Die Verteidigung war auch ein Knackpunkt im Hinspiel, das die Göttinger 87:102 verloren.

Seit dem Spiel am 30. Dezember 2020 haben sich beide Kader verändert. Die Rheinländer blieben lange hinter ihren eigenen Ansprüchen zurück und wechselten im Januar ihren Headcoach. Voigt übernahm für Igor Jovovic. „Der Trainerwechsel hat ihren Spielstil in der Defensive und der Offensive beeinflusst“, so Crab. „Im Angriff hatten sie beispielsweise sehr viele verschiedene Spielzüge. Das haben sie geändert.“ Drei neue Spieler hat der US-Coach seit seiner Amtsübernahme geholt: die beiden US-Guards Alex Hamilton (9,4 Punkte/4,0 Assists pro Spiel) und Jalen Hudson (8,8 Punkte) sowie den deutschen Forward Isaiah Philmore (7,0 Punkte). Nicht mehr im Kader steht Josh Hagins, der im Hinspiel gegen Göttingen mit 27 Punkten Topscorer der Partie war. Zudem müssen die Rheinländer seit mehreren Wochen auf Deividas Gailius (Bänderriss im Sprunggelenk) verzichten.

Zur Verletztenliste gesellte sich nach dem vergangenen Wochenende auch Bonns bester Punktesammler Chris Babb hinzu. Der US-Guard, der im Schnitt auf 16,2 Punkte pro Partie kommt, kugelte sich bei der knappen 82:86-Niederlage gegen Brose Bamberg die Schulter aus und musste somit am Dienstag gegen den FC Bayern München (69:78) passen. Zudem kam der deutsche Center Leon Kratzer in München aufgrund von muskulären Problemen nur rund vier Minuten zum Einsatz.

In München zeigte die Voigt-Truppe eine starke erste Halbzeit (50:34), musste sich dann aber dem immer konsequenter spielendem EuroLeague-Vertreter am Ende doch geschlagen geben. Strahinja Micovic sprang für Babb in die Bresche und erzielte 21 Punkte, T. J. DiLeo kam auf 13 Zähler. „Babb und Micovic sind auf jeden Fall zwei Schlüsselspieler, weil sie viele Punkte erzielen. Dann gehört James Thompson dazu, weil er viel Einfluss auf das Rebounding hat.“ US-Center Thompson holt im Schnitt 6,1 Rebounds pro Spiel. „Im Moment spielt DiLeo auch stark und organisiert das Team sehr gut.“

Fünf der vergangenen acht Partien haben die Rheinländer gewonnen, drei verloren. „Es war zu erwarten, dass Bonn besser wird“, sagt der belgische Assistenztrainer. „Sie haben auf dem Papier ein sehr gutes Team – es ist eine normale Entwicklung, dass sie nun dort sind, wo sie sind.“ Bei den Veilchen sieht die Bilanz aus den vergangenen acht Spielen genau andersrum aus. „Wir tendieren dazu, unsere Köpfe in schweren Phasen des Spiels hängen zu lassen. Das ist uns auch im Hinspiel passiert. Daran müssen wir arbeiten und durch solche Phasen hindurchspielen“, so Crab.