BG verliert in letzter Sekunde in Oldenburg

Ohne den Dreier von Rickey Paulding wäre Kamar Baldwin (links mit Ex-Veilchen Tai Odiase) der Matchwinner gewesen. Bild: Ulf Duda

19. März 2022 – Die BG Göttingen hat trotz einer kämpferischen Leistung eine denkbar knappe Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Samstagabend bei den EWE Baskets Oldenburg durch einen Dreier von Rickey Paulding 85:86 (42:42). Vor 4.600 Zuschauern in der ausverkauften EWE Arena lieferten sich beide Teams ein packendes Niedersachsen-Duell, in dem sich die Göttinger nach einem schwachen Start fingen und im Anschluss daran sich kein Kontrahent wirklich absetzte. Fünf Sekunden vor dem Ende brachte Kamar Baldwin, der mit 24 Punkten bester BG-Werfer war, die Gäste 85:83 in Front. Doch die Oldenburger konterten und siegten durch den erfolgreichen Paulding-Dreier. Für die Hausherren traf Max Heidegger am häufigsten (32 Zähler).

Die Veilchen, die auf Harper Kamp (Oberschenkelverletzung) und Assistenztrainer Olivier Foucart (Corona-Infektion) verzichten mussten, erwischten keinen guten Start in die Partie und lagen schnell 0:8 zurück (2.). Nach einer schnellen Moors-Auszeit fingen sich die Gäste und kamen durch Jake Toolson auf 6:10 heran (5.). Aber die starke Baskets-Offensive, meistens in Person von Heidegger, setzte sich immer wieder durch und sorgte dafür, dass die Hausherren in Front blieben (12:17/9.). Doch die BG kämpfte, schaffte es, die Partie zum Viertelende durch einen Toolson-Dreier zum 17:17 auszugleichen und durch ein Drei-Punkte-Spiel von Nate Grimes 20:19 in Führung zu gegen.

Im zweiten Abschnitt blieb das Duell knapp, und die Führung wechselte hin und her. Bei den Göttingern fehlte nun auch noch Harald Frey, der bei einer Aktion im ersten Viertel auf den Rücken gefallen war und nicht mehr mitwirken konnte. Die Baskets konnten sich auf Heidegger verlassen, der sein Team nach einem 26:23-Rückstand durch einen 0:6-Lauf 26:29 in Front brachte (14.). Aber die Gäste ließen sich jetzt nicht mehr abschütteln und hatten eine Antwort parat: Toolson holte die Führung zurück (30:29/16.). Bei den Oldenburgern war es dann Paulding, der übernahm und zwei wichtige Dreier zum 32:38 versenkte (18.). Der Veteran, der nach dieser Saison seine aktive Karriere beendet und zurück in die USA gehen wird, sollte der einzige Oldenburger Akteur bleiben, der in diesem Spiel von jenseits der 6,75-Meter-Linie traf. Auch dieses Mal hatten die Veilchen eine Antwort: Stephen Brown Jr. konterte mit einem Dreier zum 41:42, wurde dabei gefoult, und stellte den 42:42-Halbzeitstand von der Freiwurflinie her.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng. Baldwin und Grimes brachten die BG 47:44 in Front; die Baskets ließen einen 0:6-Lauf zum 47:50 folgen (25.). Obwohl die Veilchen erneut ähnlich schlecht wie gegen Bayreuth von außen trafen, waren es Dreier von Mathis Mönninghoff und Toolson, die die Partie erneut ausglichen (53:53/26.). Doch die selbstbewussten Baskets fanden immer wieder Lösungen gegen die BG-Defensive und erarbeiteten sich ein kleines Polster (55:60/29.). Brown verkürzte durch vier Zähler in Folge auf 59:60, doch in den Schlussabschnitt gingen die Göttinger mit einem 59:62-Rückstand.

Auch im letzten Viertel wechselte die Führung weiter hin und her. Heidegger traf zum 61:65, Baldwin zum 66:65, Paulding zum 66:68 (33.). Dann gelang der Moors-Truppe ein 8:2-Lauf zum 74:70, und Jeff Roberson erhöhte den Vorsprung auf 78:73 (37.). Aber die Baskets gaben nicht auf, kämpften und gingen 80:83 in Führung (39.). Im Anschluss daran vergaben die Göttinger Chancen zum Ausgleich, holten sich aber zweimal hintereinander den Ball beim gegnerischen Einwurf und glichen durch ein Drei-Punkte-Spiel von BG-Kapitän Akeem Vargas aus (83:83/40.). Danach sorgte Baldwin für die 85:83-Führung, doch der vierte Dreier von Paulding traf die BG ins Herz und besiegelte die knappe Niederlage.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das Spiels hätte auch in die andere Richtung kippen können. Am Ende haben kleine Details Oldenburg den Sieg gebracht. Mein Team hat zu viele Fehler in der Defensive gemacht, insbesondere auch bei den Defensiv-Rebounds. Die Verletzung von Harald Frey hat uns getroffen, aber das kann als Ausrede nicht gelten. Wir hatten die Siegchance, aber haben zu viele Fehler gemacht.“

Ingo Freyer (Headcoach EWE Baskets Oldenburg): „Göttingen ist eine sehr gute Mannschaft. Es war klar, dass das so eng werden würde. Wir wussten aber auch: Wenn wir eng dranbleiben, haben wir die Chance auf den Sieg. Diese beiden Fehler beim Baseline-Einwurf dürfen nicht passieren. Umso schöner ist es, dass Rickey diesen Dreier am Ende getroffen hat. Er war übrigens der Einzige, der bei uns Dreier getroffen hat. Mit dieser schlechten Dreier-Quote gewinnen wir dennoch, weil wir den Rebound kontrolliert haben. Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg im Kampf um den Klassenerhalt.“

EWE Baskets Oldenburg – BG Göttingen 86:85 (42:42)
Die Viertel im Überblick: 19:20, 23:22, 20:17, 24:26
Zuschauer: 4.600 (ausverkauft)
BG Göttingen: Toolson (12 Punkte/2 Dreier), Frey, Roberson (8), Vargas (7/1), Hujic (n.e.), Hartwich, Mönninghoff (3/1), Brown Jr. (20/1, 8 Rebounds, 6 Assists), Grimes (11), Giotis (n.e.), Baldwin (24/2, 8 Rebounds).
EWE Baskets Oldenburg: Heidegger (32 Punkte, 5 Assists), Herrera (2), Pressey (1, 5 Punkte), Breunig (3), Michalak (11), Odiase (10, 10 Rebounds), Holyfield (5), Paulding (18/4), Ndhine (n.e.), Hundt (n.e.), Pjanic (4).