Hamburg lässt Veilchen keine Chance

Die Veilchen um Stephen Brown Jr. (links mit Hamburgs Justus Hollatz) waren gegen die Towers nicht wiederzuerkennen. Bild: Marvin Contessi

7. November 2021 – Die Siegesserie der BG Göttingen ist gerissen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors erwischte am Sonntagnachmittag bei den Hamburg Towers einen rabenschwarzen Tag und verlor gegen den EuroCup-Teilnehmer deutlich 46:83 (30:42). Vor 2.758 Zuschauern in der Hamburger edel-optics.de-Arena zeigten die Gäste aus Göttingen nur in den ersten Minuten eine gute Leistung und ließen sich dann von der intensiven Verteidigung der Hausherren beeindrucken. Im Gegensatz zu den vorigen Spielen waren die Veilchen nicht wiederzuerkennen; vor allem fehlte es ihnen an Intensität. Dann fielen auch offene Würfe nicht und einfache Korbleger wurden vergeben. Im dritten Viertel setzten sich die Hamburger entscheidend ab und ließen den Göttingern keine Chance mehr. Beste BG-Werfer waren Mathis Mönninghoff und Akeem Vargas mit je acht Punkten. Für Hamburg traf Jaylon Brown am häufigsten (22 Zähler).

Die Veilchen erwischten einen guten Start in die Partie und gingen durch Dreier von Vargas und Kamar Baldwin 6:0 in Front. Aber auch die Hanseaten fanden schnell ihren offensiven Rhythmus und kamen durch Jaylon Brown auf 11:9 heran (4.). Kurz darauf erzielte Caleb Homesley die erste Führung der Hausherren (13:14/6.). Die Partie blieb in diesem ersten Abschnitt zunächst eng – einem Homesley-Dreier ließen James Dickey III und Jeff Roberson vier Zähler zum 19:19 folgen (9.). In die Viertelpause gingen die Göttinger mit einem 19:23-Rückstand.

Im zweiten Abschnitt kam die Offensive der Towers dann so richtig in Schwung, während die BG es nicht schaffte, ihre Verteidigung auf das Niveau der vergangenen Partien zu heben. Beim 20:27 nahm Moors eine Auszeit, die allerdings vorerst nicht dazu führte, dass sich sein Team fing. Roberson gelangen die ersten Zähler aus dem Feld in diesem Viertel erst in der 16. Minute zum 22:30. Doch die Hanseaten waren nicht zu stoppen (22:36). Eine Minute später folgte die nächste Moors-Auszeit, nach der sein Team zumindest zwei Dreier von Jake Toolson und Mönninghoff zum 28:38 traf (19.). Zur Halbzeitpause bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aber wieder auf 30:42 aus.

Nach dem Seitenwechsel folgte eine bittere Phase für die Gäste aus Südniedersachsen. Zwar erzielte Stephen Brown Jr. die ersten Zähler nach der Pause und verkürzte auf 32:42, aber dann ging für sein Team fast gar nichts mehr. Die Mannschaft von Towers-Headcoach Pedro Calles ließ einen 0:9-Lauf zum 32:51 folgen – Moors nahm die nächste Auszeit (24.). Fast zwei Minuten später gelang Mönninghoff ein Korb zum 34:56 – es sollte der einzige BG-Feldkorb in diesem Viertel bleiben. Die Hamburger zogen weiter davon und bauten ihre Führung vor dem Schlussabschnitt auf 34:66 aus.

Im letzten Viertel kämpften die Veilchen noch einmal und starteten mit einem 6:0-Lauf, den Philipp Hartwich zum 40:66 abschloss, in diesen Abschnitt. Den Hamburgern gestattete die BG erst nach fast fünf Minuten die ersten Zähler zum 40:68 (35.). Allerdings blieb es dabei, dass die Göttinger an diesem Nachmittag glücklos agierten und den Schwung vom Viertelbeginn nicht halten konnten. So mussten sich die Veilchen auch in diesem Abschnitt geschlagen geben und die deutliche Niederlage akzeptieren.

Stimmen zum Spiel

Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Meiner Meinung nach, gab es heute nur ein Team, das Basketball gespielt hat. Wir waren bis auf die ersten zwei Minuten des Spiels mental und physisch heute nicht da und haben sehr weit unter unserem Niveau gespielt. Das hat in erster Linie mit der Aggressivität der Hamburger Verteidigung zu tun, dazu haben wir viele offene Würfe und Korbleger vergeben. Daraus resultierte eine unglaublich schlechte Trefferquote. Auch die vielen Ballverluste und wenigen Assists sind ein Indiz für ein schwaches Spiel von uns. Es war ein Tag, an dem offensiv nichts reingegangen ist, und wir die Aggressivität der Hamburger nicht matchen konnten. Ich habe meine Spieler nicht wiedererkannt.“

Pedro Calles (Headcoach Hamburg Towers): „Ich muss meinen Spielern gratulieren, dass sie im Vergleich zum letzten Spiel einen guten Job gemacht haben. Allerdings muss man auch anmerken, dass die Göttinger heute freie Würfe verworfen haben, die sie normalerweise treffen. Wir dürfen uns also nicht auf unserer defensiven Performance ausruhen. Trotzdem haben wir eine gute Leistung gezeigt. Wir haben sie offensiv nie in einem Rhythmus kommen lassen, durch unsere Defensive im Fastbreak einfache Körbe generiert und mit mehr Energie gespielt. Das waren letztendlich die Schlüssel zum Sieg.“

Hamburg Towers – BG Göttingen. 83:46 (42:30)
Die Viertel im Überblick: 23:19, 19:11, 24:4, 17:12
Zuschauer: 2.758
BG Göttingen: Toolson (3 Punkte/1 Dreier), Bryant (2), Roberson (4, 9 Rebounds), Vargas (8/1), Hujic, Hartwich (4), Mönninghoff (8/2), Kamp (2), Dickey III (4), Brown Jr. (2, 5 Assists), Giotis (2), Baldwin (7/1).
Hamburg Towers: J. Brown (22 Punkte/4 Dreier), Z. Brown (2), DiLeo, Homesley (10/2), Rich (5/1), Meisner (5/1), Christen (5), McCallum (9/1), Kotsar (10), Hinrichs (3), Edigin (7, 9 Rebounds), Hollatz (5, 4 Assists).