Nervenstarke Veilchen bezwingen Hamburg

Jeremiah Martin steuerte 18 Punkte zum Veilchen-Sieg bei. Bild: Swen Pförtner

10. April 2022 – Die BG Göttingen hat einen wichtigen Sieg geholt. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors besiegte am Sonntagabend die Hamburg Towers in einem spannenden Duell 83:80 (43:43). Die 2.413 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena sahen eine intensive Partie, in der die Südniedersachsen sich im ersten Abschnitt stark präsentierten, die Gäste aus Hamburg im zweiten aber besser ins Spiel kommen ließen. Auch in der zweiten Hälfte hatten die Hausherren die Partie über weite Strecken unter Kontrolle, mussten die Hanseaten zwei Minuten vor dem Ende aber an sich vorbei- und etwas wegziehen lassen. Doch die Veilchen behielten die Nerven und sicherten sich den knappen Erfolg. Bester BG-Werfer war Stephen Brown Jr. mit 19 Punkten. Für Hamburg trafen Jaylon Brown und Caleb Homesley am häufigsten (je 17 Zähler).

Bei den Veilchen fiel neben Topscorer Kamar Baldwin (Teilabriss des Brustmuskels) erneut auch Dreier-Spezialist Jake Toolson (Gehirnerschütterung) aus. Direkt vor dem Tip-off wurde es schon emotional: Baldwin, der in der kommenden Woche zurück in die USA reist, wurde offiziell verabschiedet und von den Fans mit „MVP“-Sprechchören gefeiert. Im Anschluss starteten beide Teams smit viel Intensität in die Partie. Die Hausherren fanden zuerst ihren Rhythmus in der Offensive. Jeff Roberson und Harald Frey schlossen einen 10:0-Lauf mit je einem Dreier zum 12:2 ab und veranlassten Towers-Headcoach Pedro Calles zu seiner ersten Auszeit (4.). Danach lief es deutlich besser für die Hamburger, die jetzt schneller spielten, mehr Druck ausübten und so auf 14:12 herankamen (6.). Aber die Veilchen überstanden diese kurze Phase und beendeten den ersten Abschnitt mit einem 8:4-Lauf zum 22:16.

Das zweite Viertel war auf beiden Seiten von der Defensive geprägt. Die Tabellennachbarn schenkten sich nichts und mussten sich jeden Punkt hart erkämpfen. Die Hanseaten erarbeiteten sich leichte Vorteile und verkürzten durch einen Dreier von Brown auf 26:25 (15.). Die BG-Antwort kam direkt: Nach einem unsportlichen Foul von Eddy Edigin an Jeff Roberson beim Dreier-Versuch traf der Göttinger alle drei Freiwürfe und punktete auch aus dem anschließenden Ballbesitz (31:25/15.). Die Hanseaten ließen sich davon aber nicht beeindrucken und konterten zum 31:29 (16.). Nach der anschließenden Moors-Auszeit zogen die Gastgeber wieder etwas davon (38:32) davon, doch erneut folgte die Towers-Antwort zum 42:40 (19.). Bis zur Halbzeitpause büßten die Veilchen ihren Vorsprung ein, sodass es beim Stand von 43:43 in Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Göttinger einen guten Start in die zweite Hälfte. Einen 7:1-Lauf schloss Harper Kamp zum 50:44 ab (22.). Die Veilchen blieben wachsam in der Verteidigung und bauten ihren Vorsprung durch Jeremiah Martin auf 55:48 aus (26.). Aber die Towers blieben hartnäckig und warteten auf ihre Chance. Nach einem unsportlichen Foul von Robin Christen an Akeem Vargas vergab der BG-Kapitän beide Freiwürfe und anschließend einen Dreier. Im Gegenzug brachte Homesley sein Team auf 55:52 heran (27.). Doch die Hausherren hatten erneut eine Antwort parat und vergrößerten ihren Vorsprung wieder auf 62:55 (29.). Die Hamburger mühten sich, kämpften und verkürzten ihren Rückstand bis zum Viertelende auf 64:60.

Auch im letzten Abschnitt zeigten die Göttinger zunächst wieder einen guten Start und bauten ihre Führung auf 69:61 aus (31.). Die Gäste aus der Hansestadt an der Elbe machte das allerdings nicht nervös – im Gegenteil. Auch weil die BG das Wurfglück verließt übernahm das Calles-Teams durch einen 0:9-Lauf zum ersten Mal in dieser Partie die Führung (69:70/34.). Zwar holte Brown Jr. diese direkt zurück, aber die Hamburger hatten das Momentum nun auf ihrer Seite und waren von den Gastgebern nur noch schwer zu stoppen. Seth Hinrichs baute den Towers-Vorsprung auf 73:78 aus (38.). Doch die Veilchen gaben sich – getragen vom lautstarken Publikum – noch nicht geschlagen. Frey und Roberson glichen zum 78:78 aus; Brown Jr. legte nach zum 81:78 (39.). Die Partie hatte die Bezeichnung „Spitzenspiel“ wahrlich verdient, weil beide Mannschaften sich ein spannendes Duell auf Augenhöhe lieferten. Homesley gab seinem Team durch Punkte zum 81:80 noch einmal Hoffnung, aber Brown Jr. übernahm Verantwortung und traf sechs Sekunden vor dem Ende einen schweren Wurf zum 83:80. Der letzte Dreier-Versuch der Hamburger fand sein Ziel nicht, sodass die Göttinger mit ihren Fans feiern konnten.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin heute unglaublich stolz auf mein Team. Sie haben reagiert und mit viel Energie gespielt. Obwohl das Spiel sehr eng war, finde ich, dass wir den Sieg verdient haben. Wir hatten das Spiel die meiste Zeit unter Kontrolle. Ich habe wieder ein Team gesehen, das mit Selbstbewusstsein spielt, so wie ich es gerne sehe. Das ist für uns ein wichtiger Schritt nach den vergangenen Wochen, die ganz schwierig waren.“

Pedro Calles (Headcoach Hamburg Towers): „Es war klar zu sehen, dass wir von Beginn an nicht die nötige Energie hatten, aufgrund unserer Situation mit Spielern, die Verletzungsprobleme unter der Woche hatten, das Reisen und die vielen Spiele in kurzer Zeit. Trotz dieser Faktoren haben wir gekämpft, uns eine Fünf-Punkte-Führung zwei Minuten vor dem Ende erarbeitet, und dann haben die kleinen Details das Spiel für Göttingen entschieden.“

BG Göttingen – Hamburg Towers 83:80 (43:43)
Die Viertel im Überblick: 22:16, 21:27, 21:17, 19:20
Zuschauer: 2.413
BG Göttingen: Martin (18 Punkte), Frey (14/4 Dreier, 4 Assists), Roberson (14/1), Boakye (n.e.), Vargas (6 Rebounds), Hujic (6/1), Hartwich, Mönninghoff (2), Kamp (6, 4 Assists), Brown Jr. (19/1), Grimes (4), Giotis (n.e.).
Hamburg Towers: J. Brown (17 Punkte/3 Dreier), DiLeo (5/1), Homesley (17/1), Rich (n.e.), Meisner (6), Christen (3/1), Kotsar (15, 10 Rebounds), Hinrichs (10), Bluiett, Edigin, Hollatz (7, 8 Assists).