Starke Veilchen-Leistung reicht nicht für erneute Überraschung

Stephen Brown Jr. war mit 24 Punkten Topscorer gegen Berlin. Bild: Swen Pförtner

17. April 2022 – Die BG Göttingen hat gegen den deutschen Meister erneut eine starke Leistung gezeigt, die dieses Mal aber nicht zum Sieg gereicht hat. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Sonntagnachmittag gegen ALBA BERLIN 86:92 (53:44). Die 2.481 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena sahen ein spannendes Duell, in dem die Göttinger vor allem in der ersten Halbzeit die Partie kontrollierten und zwischenzeitlich zehn Punkte in Führung lagen (51:41/20.). Aber in der zweiten Hälfte spielten die Hauptstädter ihre Stärken in der Offensive aus und zeigten die Souveränität und Stabilität, die sie sich über die Saison angeeignet haben. Der Titelverteidiger drehte das Spiel und gewann am Ende knapp. Bester BG-Werfer war Stephen Brown Jr. mit 24 Punkten. Für Berlin traf Maodo Lo am häufigsten (je 20 Zähler).

Bei den Veilchen fiel neben Topscorer Kamar Baldwin (Reha in den USA) erneut auch Dreier-Spezialist Jake Toolson (Gehirnerschütterung) aus. Die Hausherren brauchten einen Moment, um in die Partie zu kommen. Jeremiah Martin erzielte die ersten BG-Zähler und konterte kurz darauf einen Dreier von Berlins Jaleen Smith zum 5:8 (3.). Zwar zeigten sich die Gäste aus der Hauptstadt weiterhin treffsicher, aber die Göttinger waren nun auch in der Defensive wachsam und zwangen die Berliner zu Ballverlusten. Martin schloss einen 7:0-Lauf per Dreier zum 14:13 ab (6.). Die Albatrosse antworteten mit einem 2:8-Lauf zum 16:21, doch die Veilchen ließen sich davon nicht nervös machen und konterten. Den 8:2-Lauf schloss Brown Jr. per Dreier zum 24:23-Viertelendstand ab.

Auch im zweiten Abschnitt hielten die Göttinger mit dem Favoriten mehr als nur mit. Einen Dreier von Lo, der von allen ALBA-Spielern die längste Zeit auf dem Parkett stand, konterte Harald Frey ebenfalls von außen zum 29:26 (12.). Die Moors-Truppe schaffte es weiterhin, Druck auf die Gäste auszuüben und ihnen die Würfe schwer zu machen. In der Offensive spielte die BG gut zusammen und baute ihren Vorsprung durch Dreier von Frey und Brown Jr. auf 39:33 aus (15.). Doch das Team ALBA-Headcoach Israel Gonzalez ließ seine Klasse immer wieder aufblitzen und kam auf 40:37 heran (16.). Die Gastgeber hatten die Partie jedoch im Griff und zwangen Gonzalez mit vier Zählern in Folge zum 44:37 zu seiner ersten Auszeit (17.). Zwar hielten die Berliner danach mit den Veilchen mit, schafften aber nicht die Wende, weil Moors ebenfalls mit einer Auszeit reagierte. Brown Jr. baute im Anschluss die BG-Führung auf 51:41 aus (20.). In die Halbzeitpause gingen die Teams beim Stand von 53:44.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Albatrosse, warum sie einer der heißesten Anwärter auf den Titel sind, und glichen die Partie innerhalb von nicht einmal zwei Minuten zum 55:55 aus (22.). Aber die Veilchen wehrten sich und ließen die Berliner nicht in Führung gehen. Das Duell blieb nun eng, die Hausherren legten vor, und die Gäste glichen immer wieder aus (63:63/27.). Nach sechs Zählern in Folge von Martin zum 69:63 gab ALBA Gas und kam durch einen 3:8-Lauf auf 72:71 heran (30.). Vor dem Schlussviertel baute Brown Jr. die BG-Führung durch zwei Freiwürfe wieder auf 74:71 aus.

Auch im letzten Viertel blieb die Partie spannend. Lo brachte die Berliner durch seinen Dreier zum ersten Mal seit dem ersten Abschnitt wieder in Front (78:79), aber Philipp Hartwich konterte zum 80:79 (34.). Jetzt waren es die Hauptstädter, die vorlegten, und die Göttinger, die ausglichen. Nach Martins Punkten zum 84:84, legte Harper Kamp zum 86:84 nach (36.). Die Führung wechselte aber schnell wieder – Johannes Thiemann traf zum 86:88, und Moors schwor sein Team in einer Auszeit auf die letzten drei Minuten ein (37.). Allerdings machten die Berliner, die sich keine Blöße an der Freiwurflinie gaben, es der BG in der Schlussphase sehr schwer, sodass die Hausherren die Partie nicht mehr drehten.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Wir haben das Spiel im dritten Viertel verloren, in dem wir nicht mehr genug Aggressivität in der Verteidigung gezeigt haben. Wir haben da 27 Punkte kassiert und unsere Teamfouls nicht genutzt. Da haben wir auch unseren offensiven Rhythmus verloren, weil wir die Dinge für ALBA zu einfach gemacht haben. Im letzten Viertel wird es dann schwierig, wenn ein Team mit so viel Qualität zurück ins Spiel kommt und wir abhängig davon sind, ob schwere Würfe reingehen oder nicht. In der zweiten Halbzeit sind sie nicht mehr reingegangen, weshalb der Sieg von ALBA verdient war. Wir haben ein sehr gutes Niveau in der ersten Halbzeit gezeigt und ein durchschnittliches in der zweiten.“

Israel Gonzales (Headcoach ALBA BERLIN): „Ich gratuliere meinen Spielern. Es ist nicht einfach, jeden zweiten Tag ein wichtiges Spiel zu absolvieren. Heute war es ein schwieriges, großes Spiel, weil Göttingen wirklich guten Basketball spielt. In der Offensive haben sie immer unsere Schwachstellen gefunden, und sie haben uns taktisch viele Probleme bereitet. Solche Spiele zu gewinnen, ist sehr schwer, aber wichtig für uns. Wir haben die Offensiv-Rebounds kontrolliert und in der zweiten Halbzeit besser verteidigt als in der ersten. Das war der Schlüssel.“

BG Göttingen – ALBA BERLIN 86:92 (53:44)
Die Viertel im Überblick: 24:23, 29:21, 21:27, 12:21
Zuschauer: 2.481
BG Göttingen: Martin (23 Punkte/3 Dreier), Frey (12/2, 5 Assists), Roberson (5/1), Vargas (3/1), Hujic (2), Wüllner (n.e.), Hartwich (6), Mönninghoff, Kamp (6, 5 Rebounds), Brown Jr. (24/4, 5 Assists), Grimes (5), Giotis (n.e.).
ALBA BERLIN: Lo (20 Punkte/4 Dreier), da Silva (9/1), Smith (16/4), Delow (n.e.), Mattisseck (5/1), Olinde (2), Koumadje (6, 8 Rebounds), Thiemann (10), Sikma (8, 7 Assists), Blatt (12/2), Zoosman (4).