Veilchen erwischen schwarzen Tag gegen Heidelberg

Bei Harald Frey und den Veilchen lief gegen Heidelberg nicht viel zusammen. Bild: Swen Pförtner

23. März 2022 – Die BG Göttingen hat einen Tag erwischt, an dem ihr so gut wie nichts gelang. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Mittwochabend gegen die MLP Academics Heidelberg 70:82 (28:36). Die Partie wurde präsentiert von der SVA System Vertrieb Alexander gemeinsam mit Partner SentinelOne. Vor 1.847 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena hatten die Gastgeber in der ersten Halbzeit vor allem in der Verteidigung Probleme und leisteten sich zu viele Ballverluste. Die BG ließ sich von der intensiven Defense der Gäste beeindrucken und geriet in der zweiten Hälfte mit mehr als 20 Punkten in Rückstand. Diesen holten die Hausherren nicht mehr auf. Beste BG-Werfer waren Kamar Baldwin und Akeem Vargas mit je zehn Punkten. Für Heidelberg traf Brekkot Chapman am häufigsten (18 Zähler).

Die Veilchen, bei denen erneut Harper Kamp (Oberschenkelverletzung) passen musste, lieferten sich mit dem Aufsteiger zunächst ein Duell auf Augenhöhe. Jeff Roberson brachte die Hausherren per Dreier zum ersten Mal in Front, aber Kelvin Martin konterte sofort zum 3:4 (2.). Die Partie blieb in den ersten Minuten eng. Roberson sorgte mit seinem Dreier zum 11:9 erneut für die BG-Führung, doch die Heidelberger ließen einen 0:6-Lauf zum 11:15 folgen (8.). Zwar arbeiteten die Göttinger gut unter dem Korb und kamen durch Philipp Hartwich zweimal hintereinander zu Punkten, aber in der Verteidigung lief es nicht, sodass die Gäste ihren Vorsprung bis zum Viertelende hielten (18:22).

Auch im zweiten Abschnitt hatten die Veilchen Schwierigkeiten in der Defensive und gerieten immer weiter in Rückstand. Shy Ely traf von außen zum 22:29, während bei den Gastgebern die Würfe von jenseits der 6,75-Meter-Marke nicht fallen wollten. Moors rief seine Jungs in einer Auszeit zusammen, doch auch danach lief es nicht besser. Die Heidelberger, bei denen Ex-Veilchen Kyan Anderson die Reise nach Göttingen nicht angetreten hatte, spielten mit mehr Energie, holten sich Rebounds und bauten ihren Vorsprung aus (22:34/17.). Nach fast fünf Minuten erlöste Mathis Mönninghoff die BG-Fans und traf zum 24:34 (18.). Baldwin legte mit vier Punkten in Folge zum 28:34 nach – in die Halbzeitpause ging sein Team mit einem 28:36-Rückstand.

Nach dem Seitenwechsel stockte es bei den Göttingern weiterhin – sowohl im Angriff, als auch in der Verteidigung. Erst in der 24. Minute gelangen Jake Toolson die ersten BG-Punkte in diesem Abschnitt: Der US-Guard traf zum 31:43. Aber die Heidelberger wirkten wacher, selbstbewusster und zogen auf 31:47 davon (25.). Auch nach der anschließenden Moors-Auszeit lief es nicht besser für die Veilchen, die völlig von der Rolle und kaum wiederzuerkennen waren. Der Rückstand wuchs immer weiter an, sodass Moors beim Stand von 34:54 die nächste Auszeit nahm (27.). Doch seiner Mannschaft gelang in dieser Partie fast nichts. Zum Ende des Abschnitts machten je ein Dreier von Vargas und Mönninghoff zum 40:58 etwas Hoffnung.

Im letzten Viertel kämpfte die BG und verkürzte nach einem technischen Foul von Heidelbergs Niklas Würzner auf 47:63 (33.). Doch die Gäste zwangen die Veilchen durch ihre aggressive Verteidigung weiterhin zu Ballverlusten und nutzten zweite Chancen nach Rebounds konsequent. So wuchs der Göttinger Rückstand schnell wieder auf mehr als 20 Zähler an (47:69/35.). Eins war den Veilchen aber anzurechnen: Sie gaben sich nicht auf. Kapitän Vargas übernahm Verantwortung und brachte seine Mannschaft durch fünf Punkte in Folge wieder ins Spiel; Toolson legte zum 64:76 nach (39.). Doch die Aufholjagd kam zu spät, sodass die Heidelberger ihren Vorsprung über die Zeit retteten.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Das war ein sehr, sehr verdienter Sieg für Heidelberg. Wir waren eigentlich nie im Spiel. Das war sehr enttäuschend. Es ist einfach und schwierig zur gleichen Zeit. Wir kämpfen im Moment gegen unsere eigenen Dämonen. Das sieht man an allem: an unserer Körpersprache, an unserem Rhythmus im Spiel, an unserer Trefferquote. Beide Teams hatten heute eine schlechte Dreierquote, aber der Unterschied ist, dass der Gegner bereit war, den Ball unter den Korb zu bringen und dort auch zu punkten. Das ist eine Qualität, die wir schon das ganz Jahr nicht haben, und ohne Harper Kamp ist es noch schwerer für uns, den Ball nach innen zu bringen und etwas anderes zu versuchen. Am Ende, als das Spiel schon fast verloren war, haben wir getroffen. Vielleicht spüren wir zu viel Druck. Wir müssen wieder das Team werden, das voll Selbstvertrauen spielt und glaubt, dass es jeden Gegner schlagen kann. Das ist im Moment sehr weit entfernt, kann im Basketball aber schnell wiederkommen. Das ist im Moment meine Hauptaufgabe.“

Branislav Ignjatovic (Headcoach MLP Academics Heidelberg): „Wir hatten uns vorgenommen, das schlechte Spiel gegen Würzburg wegzumachen. Da hat einfach nichts gepasst. Individuelle Fehler, Eins-gegen-eins-Defense, Körpersprache. Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. Wir waren vom ersten Moment an wach. Natürlich kann man es darauf schieben, dass Göttingen eine schlechte Wurfquote hatte, aber Jake Toolson hat in der ersten Halbzeit nicht einen freien Wurf gekriegt, was an der starken Verteidigung von Kelvin Martin lag. Ich bin überglücklich, dass wir gegen Göttingen diesen überraschenden Sieg geholt haben. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir zehn Siege für den Klassenerhalt brauchen, jetzt haben wir neun. Im letzten Viertel haben wir begonnen, wieder Fehler zu machen, aber im Großen und Ganzen waren das ein verdienter Sieg und zwei wichtige Punkte.“

BG Göttingen – MLP Academics Heidelberg 70:82 (28:36)
Die Viertel im Überblick: 18:22, 10:14, 12:22, 30:24
Zuschauer: 1.847
BG Göttingen: Toolson (7 Punkte/1 Dreier), Frey (4), Roberson (8/2), Vargas (10/2), Hujic, Wüllner, Hartwich (7, 7 Rebounds), Mönninghoff (8/1), Brown Jr. (8/1, 4 Assists), Grimes (6, 7 Rebounds), Giotis (2), Baldwin (10).
MLP Academics Heidelberg: Watkins (2 Punkte), Chapman (18/1 Dreier, 10 Rebounds), Würzner (5/1), Lowery (5/1), Ely (8/1), Ugrai (16), Martin (17), Geist (9, 7 Assists), Heyden, Osaghae (2), Friederici, Kuppe.