Veilchen gegen Spitzenreiter Ulm chancenlos

Die Veilchen um Jesse Sanders hatten keine Mitte, um die starken Ulmer zu stoppen. Bild: Sabine Klar

Die BG Göttingen hat dem ungeschlagenen Spitzenreiter der easyCredit Basketball Bundesliga kein Bein stellen können. Das Team von BG-Headcoach Johan Roijakkers verlor am Samstagabend deutlich 63:94 (29:45) gegen ratiopharm ulm. Mit dem hohen Favoriten konnten die Veilchen vor 3.246 Zuschauern in der Sparkassen-Arena nur in den ersten Minuten mithalten und verloren dann die Kontrolle über die Partie. Die Gäste aus Süddeutschland war in der von den Freiwilligendiensten im Sport des ASC Göttingen von 1846 e.V. präsentierten Partie sowohl offensiv, als auch defensiv deutlich überlegen. Bester Veilchen-Werfer war Scott Eatherton mit 13 Punkten. Für Ulm traf Da’Sean Butler am häufigsten (22 Zähler).

Die Veilchen starteten gut in die Partie und gingen in der 3. Minute durch einen Dreier von Jesse Sanders 9:2 in Führung. Aber die Gäste aus Süddeutschland fingen sich schnell und sicherten sich wichtige Offensiv-Rebounds nach Fehlwürfen. So verringerten sie den Rückstand Stück für Stück und gingen durch einen Dreier von Chris Babb erstmals in Front (9:10/5.). In dem offensiv geprägten Spiel ging es nun schnell hin und her. Die Veilchen zeigten keine Respekt vor dem ungeschlagenen Spitzenreiter, holten sich die Führung zurück und bauten diese durch einen Dreier von Benas Veikalas auf 18:14 aus (8.). Aber auch dieses Mal hatten die Ulmer die passende Antwort und gingen durch den aufdrehenden Augustine Rubit zum Viertelende 20:21 in Front.

Im zweiten Abschnitt hatten die Veilchen zunehmend Probleme gegen die beste Offensiv-Mannschaft der Liga Punkte zu verhindern. Die Schwaben starteten mit einem 2:10-Lauf in de Abschnitt, sodass Roijakkers eine Auszeit nahm (14.). Danach lief es für die Gastgeber aus Südniedersachsen kurzzeitig besser – Darius Carter und Mathis Mönninghoff trafen zum 26:31 (15.). Aber die Ulmer ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und antworteten mit zwei Dreiern. Bei der BG war nun auch der Offensiv-Rhythmus weg, nur neun Zähler gelangen der Roijakkers-Truppe in diesem Abschnitt. So wuchs der Rückstand vor der Halbzeitpause auf 16 Zähler an (29:45).

Nach dem Seitenwechsel drehte Butler auf Ulmer Seite auf. Seine beiden Dreier zu Beginn des Abschnitts waren der Startschuss für ein Offensiv-Feuerwerk des US-Amerikaners. Zwölf Zähler gelangen dem 29-Jähirgen in diesem Viertel, während die Göttinger insgesamt nur zehn Punkte erzielten. Angeführt von Butler setzte sich der Favorit immer weiter ab. Auch eine weitere Roijakkers-Auszeit konnte dies nicht verhindern – die Hausherren fanden kein Mittel gegen die gute Ulmer Verteidigung und die überragende Offensive. So gingen die Veilchen mit einem 39:72-Rückstand ins Schlussviertel.

Angesichts der hohen Führung schalteten die Gäste im letzten Abschnitt einen Gang zurück. Die BG schaffte es so, den Rückstand durch Eatherton auf 48:75 zu verkürzen. Aber die Ulmer stellten durch Punkte von Ex-Veilchen Raymar Morgan, der mit zehn Punkten und vier Rebounds relativ blass blieb, Rubit und Butler klar, dass sie die Hausherren nicht wieder zurück ins Spiel kommen lassen würden. Die Göttinger schafften es nicht mehr, den Rückstand unter die 20-Punkte-Marke zu bringen, entschieden den letzten Abschnitt aber dennoch knapp für sich.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Wir wären gerne länger im Spiel geblieben. Dass es nicht funktioniert hat, hat mit der Qualität von Ulm zu tun. Sie haben Spieler, die wichtige Plays zur richtigen Zeit machen können.“

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm ulm): „Jeder weiß, wie viel Respekt ich vor der Arbeit von Göttingen und Johan Roijakkers habe. Darum bin ich sehr froh, dass meine Mannschaft meine Botschaft verstanden hat, dieses Spiel nicht zu unterschätzen. Göttingen ist wahrscheinlich die Mannschaft in der Liga, die sich am meisten abseits des Balles bewegt und am meisten läuft. Sie hatten drei Wochen Pause und frische Beine. Wir müssen Ausfälle kompensieren und Niederlagen verdauen. Darum war es wichtig, dass wir die richtige Einstellung finden. Das ist uns gelungen. Wir haben viele Dinge in der Verteidigung richtig gemacht, was unter anderem auch die 17 Ballverluste der Göttinger zeigen.“

BG Göttingen – ratiopharm ulm 63:94 (29:45)

Die Viertel im Überblick: 20:21, 9:24, 10:27, 24:22

Zuschauer: 3.246

BG Göttingen: Williams (3 Punkte/1 Dreier), Veikalas (9/3), Ruoff (9/1), Menzel, Carter (12, 8 Rebounds), Schwarz (3/1), Mönninghoff (4), Waleskowski, Borchers (n.e.), Sanders (10/1), Eatherton (13, 5 Assists), Grüttner.

ratiopharm ulm: Günther (4 Punkte), Ferner (2), Morgan (10), Tadda (5/1 Dreier), Hobbs (3/1, 7 Rebounds, 9 Assists), Butler (22/2), Wohlfahrt-Bottermann (9), Babb (11/3), Rubit (15), Rohwer (4), Braun (7), Krämer (2).