Veilchen gewinnen Nervenschlacht in Bremerhaven

Jordan Loveridge (links mit Fabian Bleck) und die Veilchen haben in Bremerhaven am Ende die Nerven behalten. Bild: Adelmann

Die BG Göttingen hat in der easyCredit Basketball Bundesliga einen wichtigen Auswärtssieg errungen. Am Sonntagnachmittag gewann die Mannschaft von BG-Headcoach Johan Roijakkers bei den Eisbären Bremerhaven 77:74 (36:29). Die 2.567 Zuschauer in der Bremerhavener Stadthalle sahen eine spannende Partie, in der sich die Veilchen immer wieder ein bisschen absetzen konnten, die Gastgeber aber auch immer wieder ins Spiel kommen ließen. In einer sehr spannenden Schlussphase führte die BG 25 Sekunden vor dem Ende durch einen Dreier von Dominic Lockhart 75:69, musste sich aber am Ende von der Freiwurflinie zum Sieg zittern. Bester Veilchen-Werfer war Darius Carter mit 17 Punkten. Für Bremerhaven traf Geoffrey Groselle am häufigsten (21 Zähler).

Die Veilchen starteten mit guter Verteidigung, vergaben im Angriff aber einige leichte Würfe, sodass sie in der Anfangsphase nicht wegziehen konnten (4:4/3.). Doch auch die Hausherren von der Nordseeküste ließen Chancen liegen. Durch einen 5:0-Lauf, den Stephan Haukohl per Dreier zum 9:4 abschloss, verschaffte sich die Roijakkers-Truppe etwas Luft (5.). Zwar blieben die Eisbären zunächst hartnäckig, doch leichte Vorteile lagen bei den Gästen aus Südniedersachsen, die ihren Vorsprung auf 13:7 ausbauten (7.). Danach hatten die Göttinger mehrfach die Möglichkeit, weiter davonzuziehen, vergaben diese aber. Zum Viertelende leisteten sich die Veilchen ein paar unnötige Ballverluste, die Bremerhaven wieder ins Spiel brachten. Jordan Hulls traf mit der Viertelsirene sogar zur 16:17-Führung.

Im zweiten Abschnitt brauchten beide Teams eine ganze Weile, um zu punkten. Die BG beendete die korblose Phase durch einen Treffer von Michael Stockton zum 18:17 (14.). Danach blieb die Partie eng, die Führung wechselte hin und her. Vor allem mit Geoffrey Groselle und Baptiste hatten die Veilchen ihre Probleme, auch weil Carter schon in der 6. Minute sein zweites Foul erhalten hatte und erst in der 17. Minute wieder von Roijakkers eingesetzt wurde. Nach Carters Einwechselung lief es aber gleich besser, sodass die Göttinger sich bis zur Halbzeitpause eine 36:29-Führung erarbeiteten.

Nach dem Seitenwechsel holten die Spieler von Eisbären-Headcoach Sebastian Machowski den Rückstand Stück für Stück auf, weil die Veilchen sich im Angriff wieder schwerer taten. Baptiste zeigte seine Treffsicherheit von jenseits der 6,75-Meter-Marke und schloss einen 4:13-Lauf der Gastgeber zum 40:42 ab (24.). Zwar schafften es die Göttinger, sich die Führung zurückzuholen (50:46), aber auch die Nordseestädter hatten eine Antwort parat (51:54/30.). Vor dem Schlussviertel verkürzte Stockton den BG-Rückstand auf 53:54.

Im letzten Abschnitt glichen die Veilchen das Spiel immer wieder aus, schafften es aber nicht, wieder in Führung zu gehen (62:62/34.). Doch dann wurde Brion Rush bei einem Dreier, den er traf, gefoult und verwandelte auch noch den fälligen Bonus-Freiwurf zum 65:63 (36.). Nach dieser Initialzündung zogen die Veilchen auf 69:63 davon, hatten das Spiel aber noch nicht gewonnen. Zwar konterte Jordan Loveridge einen Baptiste-Dreier zum 72:69, doch die Eisbären kämpften weiter. Baptiste ließ den Göttinger Vorsprung sieben Sekunden vor dem Ende auf zwei Zähler schrumpfen (76:74). Loveridge verwandelte im Gegenzug nur einen seiner beiden Freiwürfe zum 77:74, sodass die Machowski-Truppe versuchte, sich durch einen Dreier in die Verlängerung zu retten. Allerdings stoppten die Veilchen Lars Wendt, bevor er zum Wurf ansetzen konnte. 0,5 Sekunden vor dem Ende verwarf der Guard den ersten Freiwurf und setzte den zweiten absichtlich an den Ring, um durch einen Rebound noch einmal die Chance auf einen Dreier zu bekommen. Aber die Göttinger ließen dies nicht mehr zu, sodass sie als Sieger das Parkett verließen.

Stimmen zum Spiel:

Johan Roijakkers (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin sehr zufrieden, weil Auswärtssiege immer wichtig sind. Beide Mannschaften hätten es verdient gehabt, zu gewinnen – es gab während des Spiels viele Führungswechsel. Bremerhaven spielt guten Team-Basketball und hat einige Spiele am Ende unglücklich verloren. Gratulation an meine Spieler, die in der entscheidenden Phase die wichtigen Punkte und Plays gemacht haben.“

Sebastian Machowski (Headcoach Eisbären Bremerhaven): „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied – darin haben wir heute keinen guten Job gemacht. Wir haben uns heute schon wieder in einem knappen Spiel nicht mit dem Sieg belohnt. Ich glaube nicht, dass es Unglück war, sondern eher Unvermögen. Man hat den Spielern angesehen, dass sie mit viel Elan in diese Partie gegangen sind, manche vielleicht mit ein bisschen zu viel Elan. In so einem umkämpften Spiel ist es wichtig, dass man auch mal einen offenen Wurf trifft. Auch die Tatsache, dass wir unsere Freiwürfe nicht getroffen haben, hat uns nicht geholfen. Das war mangelnde Konzentration. In der spielentscheidenden Phase haben wir drei Dreier zugelassen, einen davon sogar mit Foul. So sind wir dem Ergebnis hinterhergerannt und haben uns von dieser Phase nicht mehr erholt.“

Eisbären Bremerhaven– BG Göttingen 74:77 (29:36)

Die Viertel im Überblick: 17:16, 12:20, 25:17, 20:24

Zuschauer: 2.567

BG Göttingen: Lockhart (10 Punkte/1 Dreier), Williams (9/3), Smotrycz (2), Kramer (4), Carter (17), Rush (8/1), Stockton (14/2, 5 Assists), Loveridge (9/2, 6 Rebounds), Stechmann (n.e.), Simon (1), Haukohl (3/1), Grüttner (n.e.).

Eisbären Bremerhaven: Johnson, Breitlauch, Berhanemeskel (3 Punkte), Bleck (2), Hulls (12/2 Dreier, 5 Assists), Hübner (n.e.), Elliott (7/1), Wendt, Hundt (n.e.), Brembly (9/1), Baptiste (20/4), Groselle (21, 9 Rebounds).