Veilchen müssen sich treffsicheren Ludwigsburgern geschlagen geben

Jake Toolson und die Veilchen hat in Ludwigsburg in der zweiten Hälfte die Energie gefehlt. Bild: Pressefoto Baumann

16. Februar 2022 – Die BG Göttingen hat die nächste Überraschung gegen ein Playoff-Team verpasst. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors musste sich am Mittwochabend den MHP RIESEN Ludwigsburg 79:86 (44:35) geschlagen geben. Vor 1.287 Zuschauern in der MHP Arena lieferten sich beide Teams das erwartet umkämpfte Duell. In der ersten Hälfte erarbeiteten sich die Gäste aus Südniedersachsen Vorteile und schafften es, sich etwas abzusetzen. Nach einem starken Start in die zweite Hälfte ließ die Energie der Göttinger aber im weiteren Spielverlauf nach. Die Veilchen ließen sich von der Ludwigsburger Intensität beeindrucken und fanden im Angriff keine Lösungen mehr. Die RIESEN gewannen immer mehr an Selbstvertrauen und drehten die Partie zu ihren Gunsten. Bester BG-Werfer war Stephen Brown Jr. mit 16 Punkten. Für Ludwigsburg traf Justin Simon am häufigsten (21 Zähler).

Die Veilchen und die Hausherren bewegten sich zu Beginn des Spiels auf Augenhöhe. Die Führung wechselte in den Anfangsminuten hin und her. Philipp Hartwich glich die Partie in der 6. Minute zum 8:8 aus, Kamar Baldwin legte zum 10:8 nach. Doch James Woodard und Simon punkteten auf gegnerischer Seite und trafen zum 10:13 (8.). Kurz darauf gingen die Gäste wieder in Front – Harald Frey versenkte einen Dreier zum 15:14 (9.). Simon konterte, doch auch der Dreier von Mathis Mönninghoff zum 19:17 saß (10.). Das Viertel endete ausgeglichen 19:19.

Im zweiten Abschnitt ließen die Ludwigsburger ihre intensive Verteidigung aufblitzen und gestatteten den Göttingern mehr als zwei Minuten keine Punkte. Brown Jr. erlöste sein Team und traf einen Dreier zum 22:23 (13.). Sein Guard-Kollege Frey machte es ihm nach und glich zum 25:25 aus (14.). Die Partie blieb weiterhin umkämpft mit vielen Führungswechseln. Tekele Cotton brachte Ludwigsburg von außen erneut in Front (27:28/15.), Jake Toolson traf kurz darauf zum 32:30 (17.). Im Anschluss gelang es den Göttingern, ihre offensiven Qualitäten auszuspielen. Durch einen 10:3-Lauf zogen die Gäste auf 42:33 davon – bei diesem Vorsprung blieb es auch zur Halbzeitpause (44:35).

Nach dem Seitenwechsel gab die BG noch einmal richtig Gas und baute ihre Führung durch starke Zusammenspiele auf 52:37 aus (22.). Die anschließende Auszeit von RIESEN-Headcoach John Patrick zeigte Wirkung. Die Gastgeber ließen einen 2:13-Lauf folgen, den Rawle Alkins zum 54:50 abschloss (26.). Aber die Veilchen fingen sich wieder, verteidigten konzentrierter und bauten ihre Führung wieder auf elf Zähler aus (63:52/28.). Vor dem Schlussabschnitt verkürzte Ludwigsburg noch auf 63:56.

Schon zu Beginn des letzten Viertels zeigten die Gastgeber, dass sie die Partie drehen wollten und verkürzten auf 63:59 (31.). Doch die Göttinger hielten dem Druck zunächst stand und bauten ihre Führung durch einen 7:1-Lauf, den Toolson per Dreier zum 70:60 abschloss, erneut aus (33.). Bis Mitte des Abschnitts schafften es die Veilchen, aufopferungsvoll kämpfende Ludwigsburger auf Distanz zu halten (73:65/34.). Doch die Hausherren intensivierten ihre Verteidigung und warfen noch einmal alles in die Waagschale. Einen 2:15-Lauf schloss Jonah Radebaugh zum 75:80 ab (38.). In der Offensive gelang der BG dann nicht mehr viel, weil die RIESEN die gute Ballbewegung des Gegners unterbanden und Einzelaktionen nicht zum Erfolg führten. Patrick setzte am Ende noch einmal alles daran, den direkten Vergleich für Ludwigsburg zu holen, was allerdings nicht gelang, da die BG das Hinspiel mit neun Punkten Differenz gewonnen hatte.

Stimmen zum Spiel
Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Man kann sagen, das war ein Charaktersieg für Ludwigsburg. Wir sind verständlicherweise sehr frustriert und nicht zufrieden mit den Entscheidungen, die wir – auch ich – getroffen haben. Wir wissen, dass Ludwigsburg nie aufgibt und immer über 40 Minuten spielt. Das haben sie auch heute gemacht. Wir haben dagegen nur 30 Minuten gespielt, auch wenn das sehr guter Basketball war, aber das reicht nicht – Basketball geht immer 40 Minuten. 30 Punkte in einem Viertel zu bekommen, sind viel zu viele. Das hat mit Fokus und Mentalität zu tun – beides haben wir nur 30 Minuten gut gemacht.“

John Patrick (Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg): „Nach der langen Auswärtsfahrt sind wir sehr müde und auch ein bisschen angeschlagen. Ich habe es vor dem Spiel gesagt, dass wir niemanden haben, der nicht verletzt ist. Wir haben es beim Aufwärmen gesehen, dass wir ein bisschen gehumpelt sind. In der ersten Halbzeit haben wir nicht optimal gespielt, das erste Viertel war in Ordnung. Aber die beiden Hauptdinge unseres Gameplans waren Kamar Baldwin zu limitieren und ihn nicht wie ihm ersten Spiel heiß laufen zu lassen. Das haben wir ganz gut gemacht. Das Zweite war ein hohes Tempo in der Offensive. Wir haben klein gespielt: Rawle Alkins hat heute sehr gut gespielt und war für uns der Gamewinner. Ich bin sehr stolz auf ihn, er hat lange Zeit nicht gespielt und das war heute hervorragend von ihm. Wir haben nicht aufgegeben und darauf bin ich sehr stolz. In den letzten 7,5 Minuten haben wir unseren besten Basketball gespielt und die Göttinger Führung heruntergespielt.“

MHP RIESEN Ludwigsburg – BG Göttingen 86:79 (35:44)
Die Viertel im Überblick: 19:19, 16:25, 21:19, 30:16
BG Göttingen: Toolson (14 Punkte/3 Dreier), Frey (12/2, 5 Assists), Roberson (12/1), Vargas (5/1), Hujic (n.e.), Hartwich (2), Mönninghoff (3/1), Kamp (9), Brown Jr. (16/2), Giotis, Baldwin (6).
MHP RIESEN Ludwigsburg: Simon (21 Punkte/2 Dreier), Johannes Patrick (1), Bähre (2), Woodard (8/2, 5 Assists), Herzog (n.e.), Radebaugh (12/2, 5 Assists), Bartolo (3), Santana Mojica (n.e.), Wohlfarth-Bottermann (2), Alkins (13/1), Darden (8), Cotton (16/2).